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Virtueller Besuch bei deutschen Baudenkmälern

Das „DEHIO-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler“ gilt seit gut 100 Jahren als das einschlägige Referenzwerk für Baudenkmäler und ihre Ausstattung im deutschsprachigen Raum. Im Projekt „DEHIO digital“ soll es nun in eine für Forschung und Öffentlichkeit attraktive Online-Plattform überführt und um mindestens 150.000 Fotos ergänzt werden.

Benediktinerbabtei Brauweiler
Eines von rund 100.000 im DEHIO beschriebenen Bauwerken: Die ehemalige Benediktinerabtei Brauweiler. Sie liegt in der Stadt Pulheim in Nordrhein-Westfalen. (Abb.: Tobias Vollmer / Bildarchiv Foto Marburg)

Bei dieser Digitalisierung des DEHIO-Handbuchs, des Standardwerks für Baudenkmäler im deutschsprachigen Raum, das ursprünglich vom Kunsthistoriker Georg Dehio im Jahr 1900 angelegt wurde, ist das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (DDK) der Philipps-Universität Marburg federführend. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert das Projekt mit rund 750.000 Euro über drei Jahre.

Das Handbuch dient einem großen Kreis von Kulturinteressierten als Wissensträger und Orientierungshilfe. „Es findet sich eine große Leserschaft in der Tourismusbranche und bei den Reisenden selbst, in der Schule und im Hochschulwesen, bei Denkmaleigentümern, im Bereich der Heimat- und Regionalforschung, in der Stadtplanung oder auch im Bauwesen allgemein“, sagt Dr. Christian Bracht, Direktor des DDK und Leiter des Projekts „DEHIO digital“. „Es handelt sich um das Standardwerk schlechthin und umfasst mittlerweile rund 24.000 Seiten mit etwa 100.000 beschriebenen Bauwerken“, sagt Bracht.

Um dieses umfassende Denkmäler-Verzeichnis zu digitalisieren, sollen Grundinformationen, wie etwa Ortsname, Bauwerkname oder Namen von Architektinnen und Architekten, aus den Textseiten digital ausgelesen und mit den Fließtexten des Handbuchs sowie mit digitalen Fotografien des DDK und weiteren Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen verbunden werden. Die gedruckte Version des Handbuchs wird weiterhin im traditionsreichen Deutschen Kunstverlag produziert, womit der gewohnte Zugriff über Bibliotheken und den Buchhandel gewährleistet bleibt. „Durch DEHIO digital schaffen wir aber eine von Fachkreisen lang ersehnte digitale Ergänzung des Handbuchs. Wir fördern damit nicht nur die kulturelle Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern, sondern schaffen auch Identifikationsangebote für Jugendliche, beispielsweise durch die Verknüpfung mit Sozialen Medien“, erklärt Bracht. Darüber hinaus sei es durch die einfache Verknüpfung mit Bild- und Objektdaten zu Bauwerken in europäischen Nachbarländern einfacher, kulturelle Zusammenhänge über Ländergrenzen hinweg aufzuzeigen.

Kooperationspartner des DDK sind die Wissenschaftliche Vereinigung zur Fortführung des kunsttopographischen Werkes von Georg Dehio e.V. (DEHIO-Vereinigung) in Wiesbaden, die die wissenschaftliche Qualität des DEHIO-Handbuchs sichert und Initiatorin des Projekts ist, der Deutsche Kunstverlag in Berlin, der genossenschaftlich organisierte digiCULT-Verbund in Kiel sowie die Thüringische Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) in Jena. Weitere Informationen über das über das Projekt „DEHIO digital“ und das DDK finden Sie auf der Website des Dokumentationszentrums .