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Viele Fragen, aber noch genügend Aufträge

B+B Bauen im Bestand sprach am Telefon mit Friedrich Remes, Geschäftsführer des Deutschen Holz- und Bautenschutzverbandes (DHBV), darüber, wie sich die Corona-Pandemie auf die Betriebe auswirkt.

Friedrich Remes
Da war die Welt noch in Ordnung: Friedrich Remes auf dem vergangenen Verbandstag des DHBV in Sonthofen. (Abb.: B+B Bauen im Bestand/M. Henke)

B+B: Herr Remes, mit welchen Problemen wegen der Corona-Pandemie wenden sich die Mitgliedsunternehmen des DHBV derzeit an die Geschäftsstelle?
Friedrich Remes: Das sind oft allgemeine Fragen, die branchenunabhängig viele Unternehmen umtreiben, zum Beispiel: Was ist zu tun, wenn Mitarbeiter jemanden im Verwandten-/Bekannten-/Freundeskreis haben, der infiziert ist, also der Verdacht besteht, er könne sich auch infiziert haben? Was kann man tun, wenn ein anderes Gewerk wegen der Corona-Pandemie seine Arbeit nicht wie vorgesehen erledigt hat? Bleibt der Betrieb auf den ihm durch Corona entstehenden Kosten sitzen? Müssen Mitarbeiter zur Arbeit erscheinen? Wie kann man die Arbeit so organisieren, dass die Ansteckungsgefahr gering gehalten wird beziehungsweise bei einem bestätigten Verdacht, nicht der ganze Betrieb in Quarantäne muss? Und so weiter. Für diese und ähnliche Fragen hat unser Dachverband, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ZDB, im Internet im geschlossen Bereich eine Seite angelegt. Unsere Mitgliedsunternehmen können sich dort über unseren internen Bereich auf unserer Homepage einloggen und dort ganz konkrete Antworten finden.

B+B: Gibt es auch spezielle Probleme, mit denen ihre Betriebe zu kämpfen haben?
Friedrich Remes: Auch unseren Betrieben gehen die Atemschutzmasken aus, die sie zum Beispiel für eine Schimmelsanierung oder das Abschlagen von Putz benötigen. Teilweise werden ihnen diese Cent-Artikel zurzeit für über 100 Euro angeboten. Ein anderes Problem besteht im Verhalten öffentlicher Auftraggeber. Viele Mitarbeiter der Behörden haben sich ins Homeoffice verabschiedet, was dazu führt, dass Anträge oder Rechnungen nicht bearbeitet und notwendige Entscheidungen nicht gefällt werden. Ebenso gibt es das Problem, dass Mitarbeiter unserer Betriebe zu Hause bleiben müssen, um sich um ihre Kinder zu kümmern.

B+B: Auch die Berufsschulen sind geschlossen. Müssen die Auszubildenden stattdessen zur Arbeit kommen oder bekommen sie von den Berufsschulen Lernstoff für zu Hause?
Friedrich Remes: Grundsätzlich müssen die Auszubildenden zunächst einmal im Betrieb erscheinen, wenn die Berufsschule vorübergehend geschlossen wird.

B+B: Zeigen sich schon wirtschaftliche Auswirkungen bei ihren Betrieben?
Friedrich Remes: Ich habe noch nicht gehört, dass einer unserer Betriebe unter Quarantäne gestellt werden musste oder in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist. Noch gibt es Aufträge, die auch bearbeitet werden. Wichtig ist allerdings, dass unsere Betriebe weiter arbeiten dürfen. Das gleiche gilt für den Baustoffhandel als wichtiger Zulieferer.

B+B: Ich gehe davon aus, dass auch bei Ihnen alle Veranstaltungen abgesagt wurden?
Friedrich Remes: Das ist richtig. Wir haben alle Tagungen der Landesverbände abgesagt. Auch unser Unternehmensseminar auf Mallorca oder die geplante Bildungsreise nach Portugal mussten wir stornieren. Aber das sind nur Randthemen.

B+B: Herr Remes, vielen Dank für diese aktuelle Lageeinschätzung.
Michael Henke

Weitere Infos rund um den Corona-Ausbruch für andere Gewerke in der RM Rudolf Müller Mediengruppe finden Sie hier:

Fliesen und Platten

Zur aktuellen Situation im Baustoff-Handel finden Sie weitere Auskünfte über diese Seiten:

www.baustoffmarkt-online.de



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