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Überarbeitete Technische Regeln für den Umgang mit Leitern

Leitern gehören mit fast 50 Prozent Anteil an allen Absturzunfällen zu den unfallträchtigsten Arbeitsmitteln. Um Unglücke und Verletzungen zu vermeiden, hat der zuständige Ausschuss im Bundesministerium für Arbeit und Soziales den Teil 2 der Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) 2121 überarbeitet.

Zarges Umgang mit Leitern
Bis zu einer Standhöhe von zwei Metern sind Arbeiten ohne Zeitlimit zulässig. (Abb.: Zarges)

Dieser Teil der Technischen Regeln befasst sich mit der Gefährdung von Beschäftigten bei der Verwendung von Leitern. Das Leichtmetallbau-Unternehmen Zarges, das auch Leitern herstellt, hat sich die neuen Regeln angeschaut und auf seiner Website zusammengestellt, was sich für Betriebe und Anwender verändert und was es zu beachten gilt. Arbeitgeber sind grundsätzlich dazu verpflichtet, die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten und Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen. Dabei gilt: Eine TRBS ist keine Rechtsvorschrift, sondern sie macht Vorschläge, wie der Unternehmer die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) erfüllen kann. Solange die gleiche Sicherheit und der gleiche Gesundheitsschutz für Beschäftigte gewährleistet sind, kann der Unternehmer auch andere Maßnahmen ergreifen. Die Anwendung einer TRBS erfolgt also immer freiwillig, der Schutz der Mitarbeiter ist hingegen verpflichtend.

Auf den Einsatzzweck kommt es an

Die TRBS 2121-2 unterscheidet zwischen der Verwendung von Leitern als Verkehrsweg und als hochgelegener Arbeitsplatz. Im ersten Fall haben sich die Vorgaben nicht wesentlich geändert. Bis zu einer Aufstiegshöhe von fünf Metern darf der Benutzer von einer Leiter aus umsteigen, sofern die Leiter oben mindestens einen Meter übersteht. In Ausnahmefällen sind auch mehr als fünf Meter möglich. Zudem können weiterhin auch Sprossenleitern als Zugang zu hochgelegenen Arbeitsplätzen eingesetzt werden.

Mehr Änderungen gibt es allerdings, wenn von einer Leiter aus Arbeiten ausgeführt werden. Grundsätzlich sollte es sich dabei lediglich um Arbeiten geringen Umfangs wie beispielsweise Spachtelarbeiten oder den Wechsel von Leuchtmitteln handeln. Dazu sind in Abhängigkeit von der Standhöhe zeitliche Begrenzungen vorgesehen: Bis zu einer Standhöhe von zwei Metern sind die Arbeiten ohne Zeitlimit zulässig. In Höhen zwischen zwei und fünf Metern sind hingegen nur Arbeiten von maximal zwei Stunden je Arbeitsschicht erlaubt. Hier gilt jedoch: Arbeiten sind nur mit einem festen Stand durch eine Stufe oder Plattform zugelassen. Sprossenleitern sind nicht mehr ordnungsgemäß, außer in speziellen Ausnahmefällen (wie beispielsweise bei Arbeiten in engen Schächten), die schriftlich in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren sind.

Qualifizierte Unterstützung für vielfältige Praxisanforderungen

„Bei der Anwendung von Leitern und Steighilfen sollte Sicherheit immer oberstes Gebot sein“, erklärt Simone Harrer, Produktmanagerin bei Zarges. „Deshalb empfehlen wir Anwendern und Unternehmen, Leitern ausschließlich nach einer vorherigen Gefährdungsbeurteilung einzusetzen.“ Während Anlegeleitern mit Sprossen als Verkehrsweg zulässig sind, sollten als Standort für Arbeiten in der Höhe Stufen- oder Podestleitern gewählt werden. Nach erfolgter Gefährdungsbeurteilung empfehle es sich, Stehleitern mit Sprossen sowie Vielzweckleitern und andere Bauarten mit einer Einhängeplattform auszustatten.