zurück

Technische Spezifikation für Wärmedämmputzmörtel

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat erstmals eine Technische Spezifikation für alle Wärmedämmputzmörtel erstellt. Nach Ablauf der bisherigen Verbandszulassung steht den Mitgliedsunternehmen somit ein nationales Dokument zum Nachweis der geforderten Eigenschaften von Wärmedämmputzmörtel zur Verfügung.

Technische Spezifikation Wärmedämmputzmörtel
Die neue Technische Spezifikation des VDPM (Abb.: VDPM)

In der Technischen Spezifikation werden zunächst für Wärmedämmputzmörtel als Unterputz die Anforderungen hinsichtlich der Wärmeleitfähigkeit λ nach DIN 18550-1 und 2 beschrieben. Dazu sind tabellarisch Nenn- und Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit gegenübergestellt. Ein zweiter Abschnitt beschreibt die Kriterien für organische und mineralische Wärmedämmputzmörtel hinsichtlich des Brandverhaltens. Weitere inhaltliche Schwerpunkte der Technischen Spezifikation sind die Anforderungen an das Oberputzsystem (Beschichtungssystem) auf einem Wärmedämmputzmörtel nach DIN 18550-1 und 2 und die Anforderungen an die Haftzugfestigkeit des gesamten Wärmedämmputzsystems.

Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,2 W/(m K)
Wärmedämmputzmörtel nach DIN EN 998-1 sind Putzmörtel mit einer Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,2 W/(m K). Sie werden üblicherweise in einem Putzsystem bestehend aus Unterputz (Wärmedämmputz), einem Armierungsputz mit Gewebeeinlage als Zwischenlage und einem Oberputz angewendet. Die Schichtstärke des Wärmedämmputzmörtels muss mindestens 20 Millimeter betragen. Wärmedämmputzmörtel enthalten bislang überwiegend expandiertes Polystyrol als Leichtzuschlag. Inzwischen werden mehr und mehr auch mineralische Leichtzuschläge wie Perlite, Blähglas oder Calsilite eingesetzt. Wie Polystyrol dienen Leichtzuschläge dazu, die Wärmeleitfähigkeit der Wärmedämmputzmörtel zu senken. Neue Hochleistungsdämmputze, die unter Verwendung von sogenannten „Aerogel“ hergestellt werden, weisen jedoch Wärmeleitfähigkeiten auf, mit denen die Dämmwirkung üblicher Dämmplatten sogar noch übertroffen wird [0,028 W/(m K)].

Wärmedämmputzmörtel kommen in der Regel außen als Zusatzdämmung von wärmedämmendem Mauerwerk (Porenbeton, Ziegel) zum Einsatz. Da sie diffusionsoffen sind, wird die bei Altbauten besonders wichtige Austrocknung der darunterliegenden Wände gefördert. Zweiter wichtiger Anwendungsbereich ist die Innendämmung. Hier punkten Wärmedämmputzmörtel mit ihren diffusionsoffenen und kapillaraktiven Eigenschaften, so dass nicht zwingend eine innenseitige Dampfsperre verwendet werden muss. Das Material ist je nach Zusammensetzung nicht brennbar oder schwer entflammbar, sehr ergiebig und sehr spannungsarm.

VDPM-Mitgliedsunternehmen nutzen die Technische Spezifikation
Die neue Technische Spezifikation stellt den Mitgliedsunternehmen des VDPM die erforderlichen Angaben zum Nachweis der Einhaltung von Anforderungen bereit, die sich in Deutschland aus den in den Landesbauordnungen festgelegten Grundanforderungen an Bauwerke in Bezug auf die Verwendung von Wärmedämmputzmörtel ergeben. Aktuell wird diese Technische Spezifikation für 30 Wärmedämmputzmörtel, welche im Anhang aufgelistet sind, von Mitgliedsunternehmen des VDPM genutzt. Die neue Technische Spezifikation ist auf der Internetseite des VDPM als PDF abrufbar.