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Sanierungspreis 2020: Alles bleibt anders

Die Jury des Sanierungspreis 2020 hat getagt, die Gewinner stehen fest. In einem besonderen Jahr zeigten Gewinner wie Platzierte ihr handwerkliches Können.

Jurysitzung Sanierungspreis - Aufmacher
Die Jurysitzung des Sanierungspreis 2020 fand in ziemlich ungewohnter Umgebung statt: vor grünem Hintergrund, in grellem Scheinwerferlicht und umringt von Kameras. (Abb.: Rudolf Müller Mediengruppe)

Viele nette Gesichter klein auf einem Bildschirm, man selbst umringt von Licht und Kameras, der Hintergrund grün: bei der diesjährigen Jurysitzung zum Sanierungspreis 2020 war nichts wie in den Jahren zuvor. Coronabedingt hatte sich die Rudolf Müller Mediengruppe dazu entschieden, die Jurysitzung des Sanierungspreis 2020 Anfang November als moderierte Videokonferenz in einem virtuellen Studio in Köln stattfinden zu lassen. Diese Entscheidung fiel nicht leicht: Die Jurysitzung lebte bisher vor allem vom regen Austausch der Juroren untereinander. Bewerbungen wurden an großen Stellwänden inspiziert, man ging noch mal zurück zur vorherigen, der Juror einer anderen Kategorie trat hinzu und hörte zu, es wurde diskutiert, verworfen und neu diskutiert – würde all das digital funktionieren?

Es funktionierte. An dieser Stelle ein dickes Lob und sehr herzlichen Dank an die Jurorin und die Juroren des diesjährigen Preises! Alle Beteiligten waren vorbereitet, neugierig auf das digitale Format und nicht weniger diskussionsfreudig als in den vergangenen Jahren.

Die bauliche Herausforderung sollte erkennbar sein
Die eingereichten Objekte zeigten einmal mehr die Bandbreite der zu leistenden Aufgaben und die Bandbreite des Könnens des deutschen Handwerks – oder, wie Vorjahressieger Jochen Wolf es in der Kategorie Ausbau beschrieb: „Wenn Sie in ein solches Objekt kommen, wie eine alte Mühle oder Scheune, braucht es sehr viel Vorstellungskraft und Kenntnisse, um die mitunter täglich neuen Herausforderungen zu stemmen. Das macht die Sanierung solcher Objekte interessant aber auch anspruchsvoll.“

In den Jurys der einzelnen Kategorien saßen wie jedes Jahr Experten der Fachgebiete, Vertreter der Mediengruppe und die jeweiligen Vorjahressieger. Gerade für Letztere ist die Jurysitzung immer etwas Besonderes, weil sie in der Regel nur einmal dabei sind: „Bei all den tollen Objekten fällt es total schwer, den Daumen zu heben oder zu senken“, beschrieb Vorjahressieger Thomas Forßbohm (Bauwerkserhaltung) die Krux seines Kurzzeit-Jobs. Dirk Bollwerk, Präsident des ZVDH und ein alter Hasen im Sanierungspreis-Jurygeschäft, betonte, worauf es ihm ankommt: „Ich will Herzblut sehen. Ich möchte sehen, wie der Bewerber eine Vielzahl handwerklicher Herausforderungen gemeistert hat. Die Liebe zum Handwerk muss erkennbar sein.“

Was die Erkennbarkeit der handwerklichen Leistungen angeht, an dieser Stelle nochmal ein Appell der Jury an die Einreicher: Bitte senden Sie ausreichend Material zwecks Bewertung zu! Leider gab es dieses Jahr ein, zwei Einreichungen, die sehr wenig Text (ein Satz) oder wenig aussagekräftige Fotos abgegeben hatten. Nötig für eine möglichst erfolgreiche Bewerbung sind: Ein Text, der das Objekt im Allgemeinen und die handwerklichen Herausforderungen im Speziellen beschreibt. Gerne auch mehrere Details. Plus dazu passende Fotos: Vorher-, Nachher-Bilder im Überblick sowie Detailaufnahmen. Wenn dann noch eine zeitliche Abfolge der Arbeiten und das Werden der Arbeit auf den Fotos erkennbar sind, ist ein großer Schritt in Sachen erfolgreicher Bewerbung getan.

Die Gewinner stehen nun fest, die Objektfilme werden bald erstellt. An dieser Stelle nochmals der Dank an die Jury – und auch unser Dank an die in diesem Jahr siebzig Bewerber, die den Sanierungspreis mit Leben füllen.

Achtung Sondersendung!
Leider wird auch die Verleihung des Sanierungspreis 2020 am 5. März 2021 noch unter dem Eindruck von Corona stehen. Der Galaabend wird nicht stattfinden – aber freuen Sie sich mit uns auf ein völlig neues Format: Die moderierte Verleihungssendung!

Wir arbeiten gerade am Konzept, viele Ideen liegen auf dem Tisch – auch dieser Verleihungsabend wird unvergesslich. Wir streamen die Sendung am 5. März 2021 im Internet, danach steht der Film selbstverständlich weiter auf Abruf zur Verfügung.

Ein Gutes hat diese Veränderung: Es gibt für die Verleihung keine Limitierung auf die Größe des Veranstaltungsraums, Sie alle können dabei sein! Nutzen Sie diese Möglichkeit, wir freuen uns über jeden Zuschauer.

Schauen Sie gerne auf unsere entsprechenden Websites, in die Zeitschriften oder abonnieren Sie unsere Newsletter: Infos zu Ort und Zeit der Verleihungssendung folgen bald.

Die Jury des Sanierungspreis 2020 in der Kategorie Bauwerkserhaltung
- Thomas Forßbohm, Forßbohm & Söhne Bauunternehmen GmbH, Gewinner Sanierungspreis 2019
- Gero Hebeisen, Präsident Deutscher Holz- und Bautenschutzverband e.V.
- Hartmut Schwieger, Leiter Abteilung Bautechnik, Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen + Landesgütegemeinschaft Betoninstandsetzung und Bauwerkserhaltung Hessen-Thüringen
- Monika Göddeker, Vorstandsmitglied BAKA Bundesverband Altbauerneuerung
- Michael Henke, Management Programm B+B Bauen im Bestand

Markus Langenbach