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Rundumerneuerung eines Parkhauses

Seit Mitte Juni ist das Parkhaus in der Krautstraße im bayrischen Memmingen nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder geöffnet. Das Münchener Unternehmen Obermeyer Planen + Bauen war mit der Generalplanung beauftragt.

Parkhaus Memmingen Kathedrale
„Kathedrale" nennen die Memminger die lichtdurchflutete oberste Parkebene. (Abb.: Stadt Memmingen)

Nach 15 Monate dauernden Sanierungsarbeiten steht Bewohnern und Besuchern der Memminger Innenstadt das Parkhaus in der Krautstraße mit seinen 265 Stellplätzen wieder rund um die Uhr zur Verfügung. Neu sind sechs Ladesäulen für Elektroautos im Untergeschoss. Die Baukosten des gesamten Projekts beliefen sich auf rund 6,7 Millionen Euro.

Obermeyer war von den Stadtwerken Memmingen mit der Generalplanung des unter Bestandsschutz stehenden Projekts beauftragt worden. Neben der Tragwerksplanung übernahm das Unternehmen auch die Planung der Elektro- und Informationstechnik sowie die der Technischen Ausrüstung. Das 1989 erbaute Parkhaus sollte neben optischen Aufwertungen umfangreich saniert werden, um die Standsicherheit wieder herzustellen und alle Mängel altersbedingter Herkunft zu beseitigen.

Parkhaus Memmingen Aufzug
Durch den neuen Aufzug sind alle Ebenen barrierefrei zugänglich. (Abb.: Obermeyer)

Hinzu kam die Erschließung des Gebäudes mittels Aufzugserweiterung. Durch den Einbau des Aufzugs lassen sich nun alle Ebenen barrierefrei erreichen. Im Zuge der Herstellung der Barrierefreiheit wurde bei der Sanierung der Sanitäranlagen zudem im Erdgeschoss ein behindertengerechtes WC eingerichtet sowie in der Nähe des Ausgangs vier Behindertenparkplätze ausgewiesen.

Umfangreiche Betoninstandsetzung
Die umfangreichste und wichtigste Sanierungsmaßnahme war die Betoninstandsetzung aller Bodenflächen und Stützen. Durch das jahrzehntelange Eindringen von Chloriden durch Streusalz an den Autoreifen war dies unumgänglich. Die Arbeiten wurden vom Mindelheimer Bauunternehmen Lutzenberger ausgeführt. Dasselbe Unternehme hatte das Parkhaus 1989 erbaut.

Parkhaus Memmingen Stütze
Von links: Stütze im Urzustand, freigelegt und in instandgesetztem Zustand. (Abb.: Obermeyer)

Aufgrund des hohen Schädigungsgrades musste die gesamte Bodenplatte des dritten Untergeschosses erneuert werden. Diese Ebene taucht bei Hochwasser komplett in das Grundwasser ein und ist deshalb als wasserundurchlässige Stahlbetonkonstruktion, als sogenannte „Weiße Wanne“, ausgebildet. Die Bestandsbodenplatte wurde, bis auf einen 0,5 Meter breiten Randstreifen entlang der Wände, ausgebaut. Dabei war es notwendig, immer wieder den Grundwasserstand zu kontrollieren. Der Randstreifen diente als Lagesicherung der Streifenfundamente und Wände sowie als Anschlussstelle der neu einzubringenden Bodenplatte, die mithilfe einer eingeklebten Anschlussbewehrung befestigt wurde. Wegen des Wegfalls der Bodenplatte während der Bauzeit fehlte die horizontale Aussteifung der Wände in der Ebene U3. Ein aufwändig eingebauter Stahlrahmen sorgte deshalb während des Ein- und Ausbaus der Bodenplatte für die notwendige Stabilität.

Um eine dauerhafte Gebrauchstauglichkeit zu gewährleisten, war eine wasserdichte Konstruktion nach aktueller WU-Richtlinie (WU = wasserundurchlässiger Beton) notwendig. Ein Quellfugenband für Wasserwechselzonen zwischen dem Randstreifen der Bestandsbodenplatte und der neuen Bodenplatte, die unterhalb eingebrachte Frischbetonverbundfolie sowie die darüber aufgebrachte Oberflächenschutzbeschichtung mit Epoxidharz-Grundierung gewährleisten die Dichtigkeitsanforderungen.

Neben den Betoninstandsetzungsarbeiten musste die Entwässerung der Parkebenen verbessert, der Brandschutz für die Untergeschosse ertüchtigt und die Technik modernisiert werden. Weitere Informationen über die ausführenden Unternehmen erhalten Sie auf den Websites von Obermeyer Planen + Bauen und Lutzenberger.