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Programme gegen die Krise

Es mehren sich die Anzeichen, dass auch die bislang in der Corona-Krise glimpflich davongekommene Bauwirtschaft bald stärkere Einbußen zu verzeichnen haben wird. Doch das Klimaschutzprogramm 2030 und das unlängst abgesegneten Konjunkturprogramm könnten der Branche helfen, die schlimmsten Auswirkungen zu dämpfen.

dena-Marktmonitor
ZDB und dena erhoffen sich entscheidende Impulse für die Bauwirtschaft durch das Konjunkturpaket und das Klimaschutzprogramm. (Abb.: dena)

So sprach der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) bereits am 9. Juni davon, dass sich die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen sich mehr und mehr auf die Stimmung am Bau auswirkten. Und auch die Deutsche Energie-Agentur (dena) stellte fest, dass die Zahl der Neuaufträge seit Wochen rückläufig sei, was in wenigen Monaten spürbar sein werde.

Jetzt hofft die Baubranche auf eine Belebung der Nachfrage durch das Konjunkturpaket. „Besonders Investitionen in die öffentliche Infrastruktur stärken die Binnenkonjunktur. Daher sind die Kommunen als wichtigster öffentlicher Auftraggeber jetzt aufgefordert, Projekte schnell auf den Markt zu bringen und Aufträge zu vergeben. Die Bauunternehmen verfügen über genügend Kapazitäten, die baulichen Maßnahmen umzusetzen“, erklärte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe zum vom Bundeskabinett beschlossenen Konjunkturpaket. Wermutstropfen ist aus Sicht des ZDB die zeitliche Befristung der Mehrwertsteuersenkung. „Die zeitlich begrenzte Reduzierung der Mehrwertsteuer schafft zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Denn Bauprojekte dauern von der Auftragserteilung bis zur Abrechnung meistens länger als sechs Monate“, so Pakleppa.

Die dena sieht weiteres Potenzial für einen Aufwärtstrend im Klimaschutzprogramm 2030. Aus dem Klimaschutzprogramm stünden neben den etwa 40 Milliarden Euro aus dem Konjunkturprogramm zusätzlich gut 50 Milliarden Euro zur Verfügung. Es komme nun darauf an, den Bausektor in den kommenden Monaten zu stabilisieren und gleichzeitig die richtigen Impulse für mittelfristig wirkende Klimaschutz- und Konjunkturmaßnahmen zu setzen. „Viele Unternehmen sind mit vollen Auftragsbüchern in die Krise gestartet. Aber dieser Puffer schmilzt bei Bauunternehmen, Herstellern, Handwerk und Planern dahin“, konstatiert Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. Wichtig seien daher Maßnahmen, die sowohl die Nachfrage als auch die Klimaschutzziele stärken. „Es gibt durchaus Gründe für Zuversicht. Die dynamischen Entwicklungen bedürfen allerdings eines genauen Monitorings. Dazu möchten wir mit dem dena-Marktmonitor einen Beitrag leisten.“ Mit dem Marktmonitor „Perspektiven des Gebäudesektors in der Corona-Krise“ will die Agentur einen differenzierten Einblick in die Branchen geben und Lösungsoptionen für nachhaltiges Wachstum aufzeigen. Um die Klimaschutzziele zu erreichen müssen die Emissionen im Gebäudebereich bis 2030 von heute rund 120 Millionen Tonnen auf 70 Millionen Tonnen sinken.

Förderungen verlässlich ausfinanzieren und engmaschig beobachten
Die im Januar 2020 im Rahmen des Klimaschutzprogramms stark verbesserten Förderprogramme böten Unternehmen und privaten Immobilienbesitzern attraktive Anreize für energieeffizientes Bauen und Sanieren, so die dena im Marktmonitor Gebäude. Auch die Beschlüsse zum Konjunkturpaket der Bundesregierung bauen darauf auf, indem das CO2-Sanierungsprogramm für die Jahre 2020 und 2021 jeweils um eine Milliarde auf 2,5 Milliarden aufgestockt wird. Die Nachfrage nach den Förderprogrammen sei im ersten Quartal 2020 deutlich gestiegen. Um bei Bedarf frühzeitig nachsteuern zu können, müsse ein monatliches engmaschiges Monitoring der Förderabrufe etablierte werden. Denn ein kontinuierlicher Mittelfluss generiere eine konstante Nachfrage und damit Planungssicherheit.

In diesem Zusammenhang fordert die dena die Verwaltungen auf, vorliegende Bau- und Sanierungsanträge zügig zu bearbeiten. Darüber hinaus müssten Kommunen die energetische Sanierung von Schulen, Verwaltungsgebäuden oder Krankenhäusern vorantreiben und zusätzlichen Wohnraum schaffen. Das diene der Konjunkturbelebung und dem Klimaschutz gleichermaßen. Zudem regt die dena zur Unterstützung von Kommunen und Kreisen die Einrichtung von Kompetenzzentren auf Landes- oder regionaler Ebene an, die flächendeckend Unterstützungsdienstleistungen für die Bauverwaltungen anbieten. Um privaten Bauherren sinnvolle Investitionsmöglichkeiten aufzuzeigen, hält die dena eine kostenfreie, vom Bund getragene Beratungsoffensive mit individuellen Sanierungsfahrplänen (iSFP) für sinnvoll.

Durch die Corona-Pandemie wird deutlich, in welchen Bereichen längerfristige Transformationsansätze notwendig sind und wie Wirtschaftswachstum und Klimaschutz gleichermaßen gestärkt werden können. Digitale Antrags- und Genehmigungsprozesse gehören ebenso dazu wie Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme, um den seit Jahren bestehenden Fachkräftemangel aufzulösen. Der komplette dena-Marktmonitor Gebäudesektor „Perspektiven des Gebäudesektors in der Corona-Krise“ ist auf der Website der dena abrufbar.

Weitere Infos rund um den Corona-Ausbruch für andere Gewerke in der RM Rudolf Müller Mediengruppe finden Sie hier:

Fliesen und Platten

Zur aktuellen Situation im Baustoff-Handel finden Sie weitere Auskünfte über diese Seiten:

www.baustoffmarkt-online.de



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