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Neun Maßnahmen gegen Staub

Seit dem 1. Januar 2019 gilt in allen Unternehmen und auf Baustellen ein abgesenkter Grenzwert für A-Staub. Wir geben Tipps, wie Sie den Grenzwert einhalten können und damit im Extremfall das Stilllegen Ihrer Baustelle vermeiden.

Staubschutz Atemwege
Staub gelangt in die menschlichen Atemwege – je feiner desto tiefer hinein – und kann dort die Atemorgane schädigen. (Abb.: H.Zwei.S)

Staub ist gesundheitsschädlich. Deshalb wurden die Regelungen zum Allgemeinen Staubgrenzwert (A- und E-Staub) wie auch für Quarzstaub in den letzten Jahren mehrfach deutlich verschärft.

Staubschutz Grenzwerte
Die Regelungen zum Allgemeinen Staubgrenzwert wurden in den vergangenen Jahren mehrfach deutlich verschärft. (Abb.: H.Zwei.S)

Um die Wirksamkeit der ergriffenen Schutzmaßnahmen zu beurteilen, sind die in Deutschland verbindlichen Grenzwerte für die Luft am Arbeitsplatz als Bewertungsmaßstab heranzuziehen. So gilt nach TRGS 900 seit 2014 ein Allgemeiner Staubgrenzwert von 10 mg/m³ für E-Staub und 1,25 mg/m³ für A-Staub (bezogen auf mineralischen Staub, Dichte 2,5 g/cm³). Als Beurteilungsmaßstab für Quarzstaub (A-Staubfraktion) wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) 2015 ein Wert von 0,05 mg/m³ festgesetzt. Nach aktuellem Wissenstand ist es nicht möglich, diese Grenzwerte ohne wirksame technische und organisatorische Schutzmaßnahmen einzuhalten.

Um die Menge des anfallenden Staubs einzuschätzen, hat die BG BAU als Hilfsmittel für die Praxis eine Expositionsmatrix entwickelt. Sie gibt an, mit welchen Staubelastungen (Exposition) bei verschiedenen Tätigkeiten zu rechnen ist. So können die Tätigkeiten beim Bauen entsprechend ihrer Staubentwicklung bewertet werden.

Die Grenzwerte einzuhalten, ist kein Hexenwerk. Notwendig ist hierfür allerdings in der Regel eine Kombination von technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen. Die Basis-Schutzmaßnahmen zur Staubminimierung sind: Bearbeitungsgeräte mit wirksamer Stauberfassung, Bau-Entstauber, Luftreiniger, Abschottungen oder Staubschutztüren und Befeuchtung.

Die folgenden neun Maßnahmen helfen Ihnen, die Staubschutzgrenzwerte einzuhalten und damit sich und Ihre Mitarbeiter zu schützen:

1. Staub unmittelbar an der Entstehungsstelle absaugen.

2. Staubaufwirbelung oder Staubausbreitung verhindern.

3. Staub mit Wasser niederschlagen.

4. Arbeitsräume ausreichend lüften.

5. Arbeitsplätze regelmäßig reinigen.

6. Staubarme Verfahren anwenden.

7. Staubarme Materialien verwenden.

8. Maschinen und Geräte zur Stauberfassung regelmäßig prüfen und warten.

9. Persönliche Schutzausrüstung benutzen.

Sie wollen mehr wissen? Dann empfehlen wir Ihnen den Artikel „Staub war gestern“ von Norbert Kluger, Abteilungsleiter BG BAU, in B+B Bauen im Bestand 5/2019, S. 42ff.

www.staub-war-gestern.de