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„Nationales Asbest Profil Deutschland“ aktualisiert

Trotz eines umfassenden Verbots im Jahr 1993 sterben jährlich etwa 1.500 Menschen an den Folgen einer Berufskrankheit durch Asbest. Und über 100.000 Beschäftigte arbeiten auch heute noch mit dem Risiko, Asbest ausgesetzt zu sein. Dies sind nur einige Zahlen aus der zweiten, aktualisierten Auflage des Nationalen Asbest Profils für Deutschland.

www.baua.de/dok/8837348
An den Standorten Dortmund (im Bild) und Berlin beschäftigt sich die BAuA unter anderem mit dem Thema Asbest. (Abb.: Dirk Vogel)

Auch die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation informieren mittels solcher nationaler Asbest Profile über den Stand der Dinge in Sachen Asbest. Ziel ist dabei immer der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten. Dazu werden Aspekte wie Asbestverbrauch und -verwendung, die Anzahl der Exponierten, das mit Asbestfasern verbundene Erkrankungsgeschehen, das System zur Regulierung der Asbestrisiken und die ökonomische Belastung durch Asbesterkrankungen betrachtet.

In Deutschland ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) für das „Nationale Asbest Profil“ verantwortlich. Die Zahlen, die von der Bundesanstalt in der jetzt veröffentlichten, zweiten Auflage zusammengestellt hat, zeigen, wie groß das Problem mit dem Schadstoff immer noch ist – obwohl sein Einsatz seit 27 Jahren verboten ist: Im Jahr 2017 verstarben rund 1.600 Berufserkrankte, weil sie asbesthaltigen Stäuben ausgesetzt waren. Insgesamt starben zwischen 1990 und 2017 über 34.000 Menschen an den Folgen des Umgangs mit dem Mineral. Die Kosten für die medizinische Versorgung und Rentenzahlung für Asbesterkrankte und deren Angehörige lagen in den Jahren 1990 bis 2016 bei etwa 8,3 Milliarden Euro.

Etwa 650.000 Beschäftigte waren Ende 2017 in Deutschland aktuell oder in der Vergangenheit Asbest ausgesetzt. Von rund 100.000 Beschäftigten ist bekannt, dass sie potenziell bei ihrer Arbeit im Bauhandwerk oder bei der Abfallentsorgung mit Asbest in Berührung kommen können. Schätzungsweise sind immer noch über 37 Millionen Tonnen asbesthaltiges Material verbaut, meist in Form von Asbestzement. Zwischen 2001 und 2016 mussten circa 6,3 Millionen Tonnen asbesthaltiger Abfall entsorgt werden. Insbesondere beim Abriss oder Umbau von Gebäuden kann Asbest freigesetzt werden. Vor allem die Arbeiten an verdeckten asbesthaltigen Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern sind problematisch. Werden sie ohne die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen durchgeführt, ist die Gefahr groß, asbesthaltigen Staub einzuatmen. Hier sind vor allem die rund 750.000 Handwerker im Ausbaugewerbe betroffen. Deshalb geht das Profil auch auf die Arbeitsplatzgrenzwerte für Asbest ein und führt die aktuellen Regelungen zum Schutz der Beschäftigten auf. Die zweite Auflage des „Nationalen Asbest Profil Deutschland“ kann als PDF auf der BAuA-Website heruntergeladen werden.