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Nachhaltiges Dispersionspulver für Bauanwendungen

Der Münchner Chemiekonzern Wacker bietet ein neues Dispersionspulver an, bei dem biobasierte Essigsäure in die Herstellung einfließt. „Vinneco 5044 N“ eignet sich nach Angaben des Herstellers vor allem für die Produktion von Baustoffen wie Dichtungsschlämmen oder Trockenmörtel für Wärmedämmverbundsysteme.

Dispersionspulver Wacker Chemie AG
In Trockenmörteln, Fliesenklebern oder Dichtungsschlämmen sorgen Dispersionspulver von Wacker für Flexibilität und Haftkraft. (Abb.: Wacker Chemie AG)

„Bis 2030 sollen 90 Prozent unseres Portfolios aus Produkten bestehen, die als nachhaltig oder mindestens neutral zu bewerten sind“, sagt Frank Reichle, Director Construction Polymers Western Europe bei Wacker. „Mit ;Vinneco 5044 N‘ gehen wir einen weiteren Schritt in diese Richtung und bieten unseren Kunden künftig eine nachhaltige Alternative zu ,Vinnapas 5044 N‘.“

Bei der Herstellung des neuen Dispersionspulvers setzt Wacker auf biobasierte Essigsäure – im Gegensatz zu herkömmlicher Essigsäure. Die Substanz entsteht als Nebenprodukt in der Holzindustrie, beispielsweise bei der Bereitstellung von Faserstoffen für die Papierherstellung. Das Holz stammt aus PEFC-zertifizierten Wäldern (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes), die sich im Umkreis von 400 Kilometern zum Wacker-Standort Burghausen befinden. Die biobasierte Essigsäure weise eine hohe Reinheit und einen niedrigen Wassergehalt auf und sei eine echte Alternative zu fossilen Quellen wie Erdgas oder Erdöl, so das Unternehmen.

Aus der biobasierten Essigsäure und aus Ethylen produziert Wacker Vinylacetat-Monomer, das – wiederum unter Einsatz von Ethylen – zu Vinylacetat-Ethylen (VAE) wird. So entstehen flüssige Polymerdispersionen, die beispielsweise in der Farbherstellung Anwendung finden. In sogenannten Sprühtrocknern stellt der Chemiekonzern aus den Dispersionen dann Dispersionspulver her. Dazu werden die flüssigen Polymerdispersionen mittels eines Zerstäubers in einen Heißgasstrom geleitet und so in kürzester Zeit zu einem feinen Pulver getrocknet.

In der Produktion kann die biobasierte Essigsäure zur herkömmlichen Essigsäure hinzugemischt werden. Die Qualität und die Eigenschaften der Bindemittel seien absolut identisch, unabhängig davon, ob das darin enthaltene VAE mit konventioneller oder mit biobasierter Essigsäure hergestellt wurde, so Wacker. Hersteller, die bislang „Vinnapas 5044 N“ für die Produktion von Trockenmörteln eingesetzt hätten, könnten ihre Prozesse beibehalten und müssten keinerlei Anpassungen an ihren Rezepturen vornehmen. Um den Einsatz der biobasierten Essigsäure in der Produktion nachzuweisen, verwendet Wacker das Massenbilanzverfahren. Das Prüf- und Zertifizierungsinstitut TÜV SÜD hat das Verfahren nach dem internationalen Standard CMS 71 zertifiziert. Mit Hilfe dieses Verfahrens können künftig auch alle anderen Produkte der „Vinnapas“-Reihe als nachhaltige Alternative produziert und zertifiziert werden.

„Vinneco 5044 N“ verbessert die Haftung, Biegezugfestigkeit, Verformungsfähigkeit, Abriebfestigkeit und Verarbeitbarkeit der damit vergüteten Massen ohne einen wesentlichen Einfluss auf Fließverhalten, Verlauf, Thixotropie oder Wasserrückhaltung auszuüben. Insbesondere eigne sich das Bindemittel zur Formulierung von emissionsarmen Mörteln mit hoher Flexibilität und guter Adhäsion gegenüber organischen Untergründen wie dem in Wärmedämmverbundsystemen eingesetzten Polystyrol. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website von Wacker.