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Modellprojekt für breiteres Bewusstsein

In einem Modellprojekt haben Studierende und Professoren aus unterschiedlichen Fachrichtungen der Fachhochschule des Mittelstands (FHM, Bielefeld) Konzepte entwickelt, wie rohstoffschonendes Bauen bei zielgruppenspezifisch zugeschnittener Kommunikation in Lehre und Praxis zukünftig besser gelingen kann.

Rohstoffschonenes Bauen
Wie kann rohstoffschonendes Bauen bei zielgruppenspezifisch zugeschnittener Kommunikation in Lehre und Praxis besser gelingen? Studierende und Professoren der FHM haben dazu neue Konzepte entwickelt. (Abb.: Fachhochschule des Mittelstands)

Dass Bauen viele natürliche Rohstoffe verbraucht, ist selbst unter Handwerkern und Architekten kaum bekannt. Das muss sich ändern, so Medienprofessorin Dr. Astrid Kruse, Projektleiterin und Dekanin des Fachbereiches Medien der FHM. „Wir brauchen ein breites Bewusstsein, denn erst, wenn mehr Wissen und eine bessere Verwendung von Baumaterialien vorhanden sind, kann sich etwas verändern.“

Genau dies war das Ziel des Modellprojekts der FHM: 200 Studierende sollten während einer Laufzeit von drei Jahren für ressourcengerechtes Bauen und Sanieren sensibilisiert und qualifiziert werden. Vor kurzem fand im EcoLut Center in Engelskirchen die Abschlussveranstaltung des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell mit 118.000 Euro unterstützten Projekts statt. Unter dem Titel „Zukunft bauen – warum ressourcenschonendes Bauen immer wichtiger wird“ wurden die erarbeiteten Themen präsentiert. Warum ist rohstoffschonendes Bauen und Sanieren nicht bekannter? Und wie kann Erfahrungs-Wissen vermittelt werden?

Im Verlauf des Projekts seien Studierende aus dem Fachbereich Medien sowie unterschiedlichen Handwerks-, Immobilienmanagement- und Ingenieurberufen für einen verantwortungsvollen Einsatz von Ressourcen bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen und beim Betrieb von Gebäuden sensibilisiert und qualifiziert worden, erläutert Kruse. Durch das interdisziplinäre Team habe die Gewerke übergreifende Zusammenarbeit und Kommunikation praxisnah aus beiden fachlichen Blickwinkeln entwickelt werden können. Gleichzeitig sei das Thema professionell vom Medienfachbereich im Sinne einer exemplarischen Blaupause auch für andere nachhaltigkeitsrelevante Themenfelder bearbeitet worden.

Erkenntnisse im familiären Handwerksbetrieb umgesetzt

Kruse betont, das Projekt entspringe dem Kern der Philosophie der FHM. „Wir freuen uns besonders, dass Studierende aus dem Kommunikationsmanagement mit Unternehmensnachfolgern von Handwerksbetrieben erstmals zur Optimierung bau- und kommunikationsfachlicher Kompetenz zusammengearbeitet haben.“ Prof. Dr. Kornelia Drees, an der FHM Professorin für Ingenieurwissenschaftliche Grundlagen, ergänzt: „Dass einige Studierende aus dem Handwerksmanagement und dem Wirtschaftsingenieurswesen ihre gelernten Erkenntnisse bereits direkt im familiären Handwerksbetrieb oder in der Baubranche umsetzen konnten, belegt den Erfolg dieses Projekts.“

Bei der Abschlussveranstaltung diskutierten Experten aus Wissenschaft und Praxis in Vorträgen und Arbeitsgruppen neue Ansätze und Lösungsvorschläge. Die Fragen der zielgruppengerechten Ansprache fanden fachlich ebenso ihren Platz wie Fragen zu Grundlagen der Kreislaufwirtschaft, innovativen technischen Verfahren wie zum Beispiel SMART Home – damit werden in Wohnungen Haustechnik und Haushaltsgeräte vernetzt - oder auch zum Einsatz von umweltverträglichen Baustoffen wie Lehmputz oder Holz. Somit war eine zentrale Frage, wie Baunetzwerke unter dem Blickwinkel der Kommunikation optimiert werden können sowie eine Analyse der Qualität und angemessenen Quantität der Informationen, die zum ressourcengerechten Bauen zur Verfügung gestellt werden müssen, um die Umsetzung vorhandener Kenntnisse zu erhöhen.

Die Ergebnisse sollen nun über das Projekt hinaus verwendet und künftig zum festen Bestandteil der entsprechenden FHM-Studiengänge gehören. Ein crossmediales Magazin mit dem Titel „Zukunft Bauen – Warum ressourcenschonendes Bauen immer wichtiger wird“ liefert Infos, Hintergrundberichte und Videos, um die Vielfalt des Themas zu dokumentieren. Es zeigt Modellbeispiele und Porträts von Studierenden, die das Gelernte direkt vom Hörsaal in die berufliche Praxis umgesetzt haben. Das Magazin steht auf auf dieser Website zum Download oder zur Bestellung bereit.