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Mit Balkonen den Bestand aufwerten

Mit Balkonen kann leerstehender oder zu sanierender Wohnraum aufgewertet werden. Dabei lassen sich sowohl bestehende Balkone modernisieren, als auch neue Wohnflächen mit vorgestellten Lösungen schaffen.

Balco Vorstellbalkone
Mit vorgeständerten Balkonen kann der Wohnraum nach außen erweitert und zusätzliche Fläche gewonnen werden. Dabei bieten öffenbare Glaselemente im Winter energetische Vorteile. (Abb.: Wobau Parchim)

Die Wohnungswirtschaft zeigt zunehmend Interesse an quartiersbezogenen Konzepten – ermöglichen sie doch eine tiefgehende Betrachtung eines abgegrenzten Gebietes. Erfordernisse und Potentiale können analysiert und in entsprechende Investitionen überführt werden. Auf diese Weise entstehen nachhaltig lebenswerte Quartiere.

Bestand mit hohem Leerstand kann in diesem Kontext attraktiv sein. Denn insbesondere in innerstädtischen Ballungsräumen zahlen sich die Sanierung und zeitgemäße, zukunftsorientierte Ausrichtung der Immobilie oftmals aus. Hierbei stehen vielfältige Maßnahmen zur Wahl: von der energetischen Sanierung, über eine Änderung der Grundrisse oder einer barrierefreien Gestaltung bis hin zur Umfeldverbesserung oder dem Neubau.

Um einen Imagewandel des leerstehenden Bestands zu bewirken, sollten Verbesserungen an der Bausubstanz auch nach außen sichtbar sein – beispielsweise über die Gestaltung der Fassade oder des Eingangsbereichs. Innerhalb der Immobilie ist das Ausstattungsniveau der einzelnen Wohnungen zu definieren: vom Bodenbelag, über die Gestaltung der Badezimmer bis hin zur Küche. Neue Mieter können so gewonnen werden – und zugleich die Bindung der Bewohner gesteigert werden. Grundrissänderungen und ein nachträglicher Balkonanbau schaffen zudem neuen Wohnraum.

Bei der Entscheidung, ob eine bestehende Balkonanlage saniert werden oder ein Anbau neuer Balkone erfolgen soll, müssen Kosten und Ziele der Maßnahme bewertet werden. Hier fließt auch die Frage ein, ob zukünftig mit einem höheren Mietpreisniveau zu rechnen ist oder das bisherige Bestand hat.

Balkonanlagen mit Glaselementen sanieren

Die Zustandsbetrachtung bestehender Balkonanlagen schließt unter anderem die Bewertung der Balkonplatte, vorhandener Geländer-Konstruktionen sowie des Bauteilanschlusses ein. Das Risiko von Wärmebrücken muss reduziert werden, um energetische Mängel sowie das Entstehen von Kondenswasser und eine Schimmelbildung zu vermeiden. Schadhafte Stellen – beispielsweise in Betonplatten – müssen ausgebessert und abgedichtet werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit in das Bauteil auszuschließen. Nach diesen Maßnahmen erfolgt die Montage der neuen Verkleidung. Hierbei ist die Kombination der Brüstung mit Glaselementen ein Ansatz, der eine ganzjährige, flexible Nutzung des Balkons ermöglicht. Je nach Wetterlage können sich die Bewohner mit den öffenbaren Glaselementen für einen geschlossenen Wohn- oder offenen Balkonraum entscheiden. Auch im Brüstungsbereich kann Glas eingesetzt werden, um etwa das Sichtfenster zu erweitern und selbst im Sitzen einen Blick nach außen zu ermöglichen. Im unteren Brüstungsbereich bieten sich Materialien an, die einen hohen Sichtschutz gewährleisten. Interessant ist hier beispielsweise opakes Glas. Es ist undurchsichtig, aber zugleich lichtdurchlässig und reduziert so die Verschattung des angrenzenden Wohnraums.

Als Hersteller von Balkonsystemen hat Balco mit dem „Twin-Fenster“ eine neue Lösung für die Balkonsanierung entwickelt: Die Glaselemente des Systems lassen sich nicht nur wie ein Schiebefenster öffnen, sondern auch beliebig an jeder Position einklappen wie ein Faltfenster. Bei gutem Wetter und Sonnenschein kann der Balkon somit problemlos komplett geöffnet werden. In den kälteren Monaten werden die Glaselemente geschlossen. Der Aufenthalt auf dem Balkon ist weiterhin möglich. Denn die Schiebeelemente sind im geschlossenen Zustand dicht. Da sie sich ineinander verkrallen und mit Bürsten abgedichtet werden, können Regen und Staub nicht eindringen – zugleich gewährleistet dies einen zusätzlichen Schallschutz. Eine integrierte Belüftung sorgt überdies für Luftzirkulation und die Reduktion von Kondensat. Die Schiebeelemente der Verglasung lassen sich mühelos über Laufrollen aus Edelstahl bewegen und zum Zwecke der Reinigung leicht nach innen öffnen. Das Fensterputzen erfolgt, ohne sich über die Brüstung hinauslehnen zu müssen.

Der auf diese Weise entstandene private und ganzjährig nutzbare Außenbereich weist dabei nahezu Wohnraumqualität auf. Auch können Heizkosten eingespart werden, da der verglaste Raum eine thermische Pufferzone zwischen Wohnung und Außenbereich bildet. Gleichzeitig schützt das System die Balkonplatten langfristig vor der Witterung und reduziert so zukünftige Instandhaltungskosten. Das System gleicht über eine Teleskopanpassung etwaige Baudifferenzen zwischen den Platten aus. Es wird zudem vor der Balkonplatte montiert und maximiert so die nutzbare Fläche.  

Offene Balkonanlagen aus Aluminium anbauen

Für den nachträglichen Anbau an Wohngebäude eignen sich vor allem Balkonkonstruktionen aus Aluminium in vorgestellter Bauweise. Das eingesetzte Material der offenen Anlage gewährleistet mit seinem geringen Gewicht eine minimierte statische Belastung und eine zügige sowie leichte Montage. Arbeiten an der Fassade können schnell durchgeführt und baubedingte Beeinträchtigungen für Bewohner begrenzt werden. Klassische Vorstellbalkone stehen auf vier Stützen – davon sind die vorderen zwei seitlich am Balkon angebracht. Die hinteren Stützen sind ebenfalls seitlich angegliedert und an der Fassade verankert. In der Regel werden die Lasten des Balkons über Streifenfundamente aufgenommen. Beschichtet mit einer Pulverlackierung sind die Aluminiumprofile vor Witterungseinflüssen geschützt. Schlanke Profile mit Verbindungsmitteln aus Edelstahl sorgen für ein modernes Erscheinungsbild. Kombinieren lässt sich das System mit einem klassischen Balkongeländer oder aber mit Brüstungselementen aus Verbundsicherheitsglas oder HPL-Platten. Für ein Plus an Privatsphäre bei mehreren Balkonen nebeneinander sorgen Trennwände aus Aluminiumprofil mit Verbundsicherheitsglas. Werksteinplatten aus Beton bilden einen beständigen und natürlichen Bodenbelag. Die Anlage kann problemlos mehrgeschossig realisiert werden und ermöglicht dabei variable Balkongrößen.

Die Balkonanlage stellt einen Teil des Erscheinungsbildes des Gebäudes dar. Neben einem Imagegewinn für den Bestand trägt eine attraktive Anlage zudem entscheidend zur Wohnqualität bei. Bei einer gesamtheitlichen Betrachtung der jeweiligen Quartiersentwicklung zahlen sich daher Maßnahmen zur Aufwertung in diesem Bereich für den Bestandshalter meist auch wirtschaftlich aus.

Weitere Informationen zu Balco-Systemen finden Sie hier.

Autor
Eric Prengel
Vertrieb und Projektentwicklung
Balco Balkonkonstruktionen GmbH, Berlin