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Maßstab Hintergrundbelastung

Am 21. März findet die 9. Berliner Schimmelpilzkonferenz statt. Dr. Alexander Berg wird dort einen spannenden Vortrag über das Konzept der Bewertung von Schimmelschäden über die Hintergrundbelastung halten. Hier stellen wir Ihnen dieses Konzept schon einmal in Grundzügen vor.

Probeentnahme befallener Fußboden
Probenentnahme bei einem befallenen Fußboden (Abb.: Dr. Alexander Berg)

Um eine Aussage darüber treffen zu können, ob ein Schimmelschaden tatsächlich wirkungsvoll bekämpft worden ist, braucht es eine nachprüfbare und reproduzierbare Methode zur Überprüfung des Ergebnisses. Wenn man diese Maßstäbe anlegt, kommen zwei Methoden nach Ansicht von Dr. Alexander Berg nicht in Frage: Luftmessungen – weil die Ergebnisse nutzungsabhängig und nicht reproduzierbar sind – und die Direktmikroskopie. Letztere deshalb nicht, weil die Differenzierung zwischen allgegenwärtiger Hintergrundbelastung und Schimmelpilzschaden oftmals schwierig ist.

Anders sieht es bei Materialproben aus. Wenn ein möglicher Befall auf der Grundlage der für diese Bauteile und Materialien ohne Vorschädigungen durch Nässe ermittelten bauartbedingten Hintergrundbelastung bewertet wird, erhält man Ergebnisse die nutzungsunabhängig und reproduzierbar sind. Hintergrundbelastungen finden sich übrigens immer – „keimfreie“ Zonen gibt es nicht.

Dr. Berg gibt in seinem Vortrag einen Überblick über die Werte bauartbedingter Hintergrundbelastungen von zahlreichen verschiedenen Bauteilen und Materialien und definiert anschließend die Sanierungsziele bei einem Schimmelpilzbefall: Was über die bauartbedingte Hintergrundbelastung hinausgeht, muss beseitigt werden und nach der Sanierung müssen die Werte unterhalb der bauartbedingten Hintergrundbelastung liegen.

Schimmelpilzsanierung von Fußböden nach Wasserschäden

Was bei einer Schimmelpilzsanierung von Fußböden nach einem Wasserschaden nach VdS 3151 zu tun ist, ist ebenfalls Bestandteil des Vortrags. Je nach Zustand kann zum Beispiel eine technische Bauteiltrocknung mit Zusatzmaßnahmen notwendig sein. Eine solche Zusatzmaßnahme ist eine keimreduzierende Spülung mit Flutung der betroffenen Schichten. Mindestens zwölf Stunden muss das Desinfektionsmittel einwirken, es folgt eine Saugtrocknung mit mindestens einer Bohrung pro Quadratmeter.

Anschließend erklärt Dr. Berg, dass nur wenige Desinfektionsmittel für eine derartige Sanierungsmaßnahme geeignet sind und welche es sind. Beispiele aus der Praxis, die belegen, wie durch eine keimreduzierende Spülung der Befall unter die bauartbedingte Hintergrundbelastung gesenkt werden konnte, runden den Vortrag ab.

Weitere Themen der 9. Berliner Schimmelpilzkonferenz sind:

  • Methoden der Probennahme und -bewertung: „Ableitung von mikrobiologischen Bewertungskategorien aus Routineergebnissen“ (Dr. Christoph Trautmann)
  • Materialabhängige Schimmelpilzanalyse und Bewertung: „Mikrobiologische Bewertung von Baustoffen und Beschichtungen (Dr. Thomas Warscheid)
  • „Sanierung von Feuchteschäden – Beispiele aus der Praxis“ (Dipl.-Biol. Nicole Richardson)
  • „Bauphysikalische Ursachen für Schimmelbefall“ (Prof. Dipl.-Ing. Axel C. Rahn)
  • „Gesundheitsgefahren durch Schimmelbelastungen und Schutzmaßnahmen während der Sanierung“ (Prof. Dr. Gerhard A. Wiesmüller)
  • „Systeme der Wohnungslüftung im Kontext hygienischer und energetischer Ansprüche“ (Prof. Dr. Thomas Juch)

Hier finden Sie alle Informationen zur 9. Berliner Schimmelpilzkonferenz .