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Innenabdichtung: So wird nach WTA-Merkblatt 4-6 zertifiziert

In dem 2014 veröffentlichten aktuellen WTA-Merkblatt 4-6 sind auch die Prüfbedingungen für einen WTA-Eignungsnachweis von Innenabdichtungssystemen beschrieben, die bevorzugt mit Mineralischen Dichtschlämmensystemen (MDS-Systemen) ausgeführt werden. Lesen Sie im Folgenden, welche Vorgehensweise die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege GmbH (WTA) dabei festgelegt hat.

WTA_Details_Innenabdichtung
Auf dieser Grafik des Merkblatts ist der prinzipielle Aufbau einer Innenabdichtung mit Anschlussdetails dargestellt. (Alle Abb.: WTA)

Das WTA-Merkblatt 4-6, „Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile“ ist das einzige Regelwerk, in dem Innenabdichtungen im erdberührten Bereich auf der wasserabgewandten Bauteilseite beschrieben werden. Das Merkblatt beschreibt auf vier Seiten im Abschnitt 5, in welcher Form Untergrundvorbereitungen erfolgen müssen und wie die Applikation von Innenabdichtungssystemen zu erfolgen hat. Des Weiteren werden auch zahlreiche Detaillösungen beschrieben und es gibt eine zeichnerische prinzipielle Darstellung eines Innenabdichtungsaufbaus mit unterem und oberem Anschlussdetails.

Im Abschnitt 5.4.3 werden die Prüfbedingungen für einen WTA-Eignungsnachweis von Innenabdichtungssystemen beschrieben. Bei diesem Prüfablauf werden zunächst quaderförmige Prüfkörper aus wasserdurchlässigem Beton hergestellt. Nach einer 28-tägigen Aushärtezeit werden die Prüfkörper seitlich mit Epoxidharz abgedichtet und anschließend sieben Tage in einem Wasserbad zur Wassersättigung gelagert. Dann erfolgt auf einer nicht mit Epoxidharz abgedichteten feuchten Fläche des Quaders der Auftrag des Innenabdichtungssystems in einer vom Hersteller vorgegebenen Auftragsmenge und Schichtenfolge. Im Anschluss erfolgt eine Lagerung nach Herstellerangabe für maximal 28 Tage, bevor der Prüfkörper mit der abgedichteten Fläche nach unten in den Prüfstand eingebaut wird.

Hersteller legt Prüfdruck fest

WTA_Prüfaufbau
So sieht der Prüfaufbau für Innenabdichtungssysteme aus.

Im nächsten Schritt wird auf der Oberseite des Prüfkörpers über einen eingedichteten Zylinder der vom Hersteller gewünschte Prüfdruck aufgebracht. Dabei kann vom Hersteller festgelegt werden, ob das Innenabdichtungssystem mit einem Prüfdruck von 0,05 bar für die Wassereinwirkungsklasse W1-E, „Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser“ für einen Zeitraum von 14 Tagen geprüft werden soll oder mit einem Prüfdruck von 0,75 bar über einen Zeitraum von 28 Tagen für die Wassereinwirkungsklasse W2.1-E, „mäßig drückendes Wasser“.

Bei bestandener Prüfung kann dann auf der Internetseite der WTA ein Antrag auf Zertifizierung des Innenabdichtungssystems beantragt werden. Bei erfolgreicher Annahme des Antrags durch die zweimal jährliche tagende WTA-Zertifizierungskommission wird eine Zertifizierung mit einer Geltungsdauer für ein Jahr erteilt, der die Eignung des Innenabdichtungssystems nachweist, die anschließend für eine zweijährige Laufzeit verlängert werden kann. Die Kosten für die Zertifizierung betragen 1.600,00 Euro netto und 560,00 Euro netto für die Verlängerung.

Zielsetzung der WTA-Zertifizierung von Innenabdichtungssystemen ist es, dem Planer und Ausführenden eine Qualitätssicherheit in Bezug auf die wassereinwirkungsklassenspezifische Verwendbarkeit des Systems zu geben, damit technische Mängel durch eine fehlerhafte Applikation oder durch eine Anwendung außerhalb der Anwendungsgrenzen des Innenabdichtungssystems vermieden werden.

Die WTA-Zertifizierung von Innenabdichtungssystemen kann auf der Internetseite der WTA beantragt werden. Die für die notwendige Zertifizierung erforderliche Prüfung kann zum Beispiel am Prüfinstitut in Leipzig (MFPA Leipzig, GB V Tiefbau, Tel.: 0341/ 65 82 14 0) durchgeführt werden.