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Im Rasterinjektionsverfahren abgedichtet

Zeitweise aufstauendes Sickerwasser machte dem Keller der denkmalgeschützten Neustadter Hauptpost zu schaffen. Mit einer Rasterinjektion konnte das Bauwerk abgedichtet werden.

Drytech Rasterinjektion
Ein Drytech-Mitarbeiter setzt die Bohrungen in der Kelleraußenwand. (Abb.: Drytech)

Die Kellerräume der 1930 errichteten Hauptpost waren über die Jahre zunehmend nasser geworden. Es kam zu Salzausblühungen, der Putz platzte ab und die Wände verfärbten sich braun. Ursache dieser Feuchtigkeitsschäden war neben dem altersbedingten Fehlen einer geeigneten Abdichtung auch das eingesetzte Baumaterial: Stampfbeton. „Die Außenwände des Kellers bestehen eher aus Kies als aus Beton. Da konnte dann auch das außergewöhnlich dicke Mauerwerk die Feuchtigkeit nicht aufhalten“, berichtet Bauleiter Steven Reubig. 

Die Verwalter des Gebäudes von der WBG Wohnungsbaugesellschaft Neustadt a. d. Weinstraße mbH entschieden sich deswegen für eine Sanierung im Injektionsverfahren. „Unser Ingenieurbüro hat uns vorgeschlagen, die Abdichtung in Form einer Rasterinjektion durchzuführen“, sagt Thomas Spangenberg von der WBG Neustadt. „Eine Abdichtung von außen wäre hingegen viel zu aufwendig und teuer gewesen, insbesondere weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Außerdem haben wir hier sehr viel Kundenverkehr – den Eingangsbereich und die Zugangsrampen komplett abzutragen und neu zu errichten, wäre von den Kosten überhaupt nicht machbar gewesen.“ Eine innenliegende Negativabdichtung schied für die WBG Neustadt ebenfalls aus – denn dadurch hätte man zwar die optischen Mängel beseitigen können, an der Durchfeuchtung der Außenwand selbst hätte sich aber nichts geändert. 

130 Quadratmeter mit Rasterinjektion abgedichtet 

Für die Rasterinjektion wurden zunächst in den Außenwänden rasterförmige Bohrungen in einem Abstand von rund 15 Zentimetern und einer Tiefe von 30-40 Zentimetern gesetzt. Die Abdichtung der Außenwände erfolgte dann mit einem Zweikomponenten-Adrylatgel (Dryflex), das im Hochdruckinjektionsverfahren eingebracht wurde. Durch das Verpressen des Gels, das bis zur Sättigung und dem Austritt des Harzes aus der Wand fortgesetzt wird, entsteht im Bauteil ein Gelschleier, der alle Poren und Fehlstellen verschließt. Im Moment der Injektion hat das Gel die gleichen Fließeigenschaften wie Wasser. In nur wenigen Minuten reagiert das Acrylatgel und dichtet dauerhaft ab. Aufgrund der außergewöhnlich hohen Durchfeuchtung und der Dicke des Mauerwerks wurden über 2.000 Liter des Harzes verpresst.

 Die Feuchtigkeitsschäden zeigten sich auch im Bereich der haustechnischen Anlagen – damit mussten die Abdichtungsarbeiten dicht neben an der Wand verlaufenden Rohrleitungen durchgeführt werden. „Im Bereich der Rohrleitungen mussten die Bohrungen teilweise etwas enger gesetzt werden und die Handhabung der Bohrgeräte war etwas schwieriger. In Bezug auf die eigentliche Abdichtung gab es allerdings keinen Unterschied“, sagt Drytech-Projektleiter Reubig.  Neben den Außenwänden waren auch einige Zwischenwände des Kellers von Feuchtigkeit betroffen. Um zu verhindern, dass sich die Feuchtigkeit vom Wandfuß kapillar nach oben ausbreitet, wurde deswegen im Mauerwerk ein Silikonharz injiziert – die dadurch geschaffene horizontale Abdichtungsebene verhindert ein weiteres Aufsteigen der Feuchtigkeit. Zuletzt brachte man einen Sanierputz auf.