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Im Januar kommt „TR Instandhaltung“

Im Januar 2020 will das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) eine „Technische Regel Instandhaltung von Betonbauwerken“ veröffentlichen. Diese soll voraussichtlich im Oktober 2020 in die Technischen Baubestimmungen (VV TB) integriert werden. Darüber berichtete Dr.-Ing. Wilhelm Hintzen vom DIBt am 26. November 2019 auf dem 14. GUEP-Planertag in Köln.

GUEP-Planertag 2019
Fast 500 Teilnehmer waren zum GUEP-Planertag der „Gütegemeinschaft Planung der Instandhaltung von Betonbauwerken“ am 26. November 2019 in Köln gekommen. (Abb.: B+B Bauen im Bestand/M. Henke)

Das DIBt sah sich gezwungen, dieses Regelwerk zu erarbeiten, da die Bauaufsicht dringend auf einen Nachfolger der teilweise veralteten Betoninstandsetzungsrichtlinie des Deutschen Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb-Richtlinie für Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen) wartet. Ein Entwurf des Nachfolgers, die DAfStb-Betoninstandhaltungsrichtlinie, liegt zwar als Gelbdruck vor, die weitere Bearbeitung und Verabschiedung wurde aber vorerst gestoppt, da die Deutsche Bauchemie e.V. diesen Entwurf für nicht europarechtskonform hält und mit einer Klage gedroht hatte. Deshalb sah sich das DIBt

GUEP-Planertag 2019  Wilhelm Hintzen
Die Teilnehmer wollten sich insbesondere über den aktuellen Regelungsstand informieren. So kündigte Dr.-Ing. Wilhelm Hintzen eine „Technische Regel Instandhaltung von Betonbauwerken“ des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) an, die im Januar 2020 veröffentlicht werden soll. (Abb.: B+B Bauen im Bestand/M. Henke)

zum Handeln gezwungen.

Die neue Technische Regel soll vor allem Teil 2 der Betoninstandsetzungsrichtlinie „Bauprodukte und Anwendung: Allgemeine Regelungen und Planungsgrundsätze“ ersetzen. Ihr Aufbau orientiert sich an den Tabellen im Entwurf der Instandhaltungsrichtlinie, laut Hintzen hat man aber die dort noch enthaltenen Fehler korrigiert und Anpassungen im Hinblick auf die Europarechtskonformität vorgenommen. Auch die neue Richtlinie führt daher von der Bestimmung des Istzustands sowie der Festlegung von Expositions- und Altbetonklassen zu Instandsetzungsprinzipien und den zum Erreichen des Instandsetzungsziels erforderlichen Leistungsmerkmalen der Instandsetzungsprodukte. Sind diese Leistungen durch die harmonisierte europäische Normenreihe 1504 erklärbar, werden diese Angaben verwendet. Sind sie es nicht, können diese Merkmale über eine technische Dokumentation nachgewiesen werden, zum Beispiel sogenannte DIBt-Gutachten. Die Bauministerkonferenz hat eine Prioritätenliste von solchen Leistungsmerkmalen erstellt, die über die 1504-Normenreihe (noch) nicht abgedeckt werden, aber für die Bauwerkssicherheit erforderlich sein können.

Um die Leistungsfähigkeit der Bauprodukte zu überprüfen, wird die neue Technische Regel das Verfahren AVCP 2+ verlangen. Dieses sieht Kontrollmaßnahmen und Erklärungen durch den Hersteller vor, aber keine externe Produktionskontrolle durch eine zertifizierte Stelle wie beim Verfahren AVCP 1+. Dass das DIBt das Verfahren 2+ in das Regelwerk aufnimmt, hat allein europarechtliche Gründe.

Die Bundesanstalten für Straßenwesen und Wasserbau (BAST und BAW) verlangen in ihren Empfehlungen dagegen eine Leistungskontrolle entsprechend AVCP 1+. Denn diese Forschungseinrichtungen des Bundes vertreten die Auffassung, dass sie nicht gezwungen werden können, Bauprodukte einzusetzen, deren Leistungen im Hinblick auf die Verkehrssicherheit nicht nachgewiesen sind. Man darf auf die Veröffentlichung der „Technischen Regel Instandhaltung von Betonbauwerken“ im Januar und die Reaktionen gespannt sein.

www.dibt.de