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Historischer Vierseithof wird zu neuem Wohnquartier

In den vergangenen Monaten wurde ein historischer Vierseithof im Chiemgau in enger Abstimmung mit der bayerischen Denkmalbehörde umgebaut. Insgesamt entstanden 37 hochwertige und moderne Eigentumswohnungen in einzigartiger Umgebung und Atmosphäre.

Vierseithof
In den vergangenen Monaten wurde das historische Gebäude mit viel Liebe zum Detail und in enger Abstimmung mit der Bayerischen Denkmalbehörde umgebaut. (Alle Abb.: Saint-Gobain Isover G+H AG)

Im Herzen des Chiemgaus liegt der malerische Obinger See. Unmittelbar an dessen Ufer befindet sich ein großzügiger Vierseithof, der als offizielles Kulturdenkmal im Sinne des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes geführt wird. Das außergewöhnliche Bauwerk wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit Fassaden im Stil eines venezianischen Palazzos errichtet. Noch heute spiegelt der große Gutshof die Einflüsse italienischer Baukunst wider. Jetzt wurde das Gebäude umgebaut. Die Bewohner sollen, so eine entscheidende Forderung im Wohnkonzept des Bauherrn, von den Vorteilen eines zeitgemäß gedämmten und energieeffizienten Gebäudes profitieren. Gleichzeitig aber galt es, den historischen Charakter der Bausubstanz zu erhalten.

Die Besonderheit des Bautyps „Vierseithof“ zeigt sich in den streng symmetrisch gegliederten Fassaden mit klassizistischen Formen und einer ambitionierten Ästhetik. „An diesem alten Glanz wollten wir auf keinen Fall rühren. Vielmehr sollte der historischen Bausubstanz behutsam zu neuer Geltung verholfen werden. Im Innern hingegen sollten Wohnungen entstehen, die modernsten Maßstäben entsprechen“, erläutert Dipl.-Ing. (FH) Architektur Oliver Klemz vom Leipziger Architekturbüro Arbeitsgruppe.

Historisches erhalten und moderne Wohnqualität schaffen
Geplant wurden 37 Eigentumswohnungen mit durchdachten Grundrissen und Wohnflächen zwischen 57 und 172 Quadratmetern. Besonderes Augenmerk legten die Planer bei der Sanierung auf die Konstruktion des rund 1.800 Quadratmeter großen Steildachs. „Das mit einem Neigungswinkel von 20 Grad relativ flache Dach ist mit einer Eindeckung aus Titan-Zinkblech das Bauteil mit der modernsten Anmutung geworden. Darunter wurde der historische Dachstuhl, der sich in einem sehr guten Zustand befand, mit leistungsfähigen Dämmlösungen kombiniert, um so eine energetisch hochwertige Dachkonstruktion zu schaffen“, so Oliver Klemz. Aus Denkmalschutzgründen sollte das Dach nicht wesentlich an Höhe gewinnen, das bedeutet, dass die gesamte Dämmung im Inneren des Dachgeschosses eingebaut werden musste.

Doppelter Schutz vor Feuchtigkeit
Die Herausforderung dabei: Die Dacheindeckung aus Titan-Zinkblech ist mit einem Diffusionswert (sd) von rund 1.500 Metern schlichtweg diffusionsdicht. Dafür, dass hier eine bauphysikalisch dauerhaft sichere Konstruktion entstand, war deshalb eine durchdachte Lösung erforderlich. „Für einen zuverlässigen Schutz vor Feuchtigkeit in der Dachkonstruktion sorgt zum einen eine Hinterlüftungsebene, zum anderen eine intelligente und hochleistungsfähige Klimamembran zwischen den verschiedenen Dämmlagen“, erklärt Klemz. Hierzu wurde die Zinkblecheindeckung auf einer neuen Massivholzschalung verlegt, die mittels Traglattung in einem Abstand von 40 Millimeter auf die bestehende, 25 Millimeter dicke Massivholzschalung aufgebracht wurde. Deren Oberseite wurde zuvor mit einer neuen diffusionsoffenen Schalungsbahn ausgestattet.

Zur Verlegung einer 180 Millimeter starken Zwischensparrendämmung, die später von einer zusätzlichen Untersparrendämmung ergänzt wurde, mussten die Sparren lediglich mit einer 60 Millimeter starken Aufdopplung von 120 auf die erforderlichen 180 Millimeter gebracht werden. Es musste ein System gefunden werden, mit dem die zuverlässige Rücktrocknung des Steildachaufbaus nach innen gewährleistet wird. Technische Unterstützung erhielten Oliver Klemz und sein Team von den Anwendungstechnikern des Dämmstoffspezialisten Isover. Diese führten unter anderem eine dynamische feuchteschutztechnische Bewertung gemäß WUFI durch, auf deren Basis dann der konkrete, nachgewiesen sichere Dachaufbau geplant und umgesetzt wurde.

Rücktrocknung sichergestellt
Zwischen die Sparren verlegten die Trockenbauer des verantwortlichen Ausbauunternehmens Alpha Projekt zunächst eine Lage eines nichtbrennbaren Klemmfilzes von Isover. Zur Sicherstellung der Luftdichtheit wählten die Dachprofis die feuchteadaptive Dampfbremse „Isover Vario Xtra Safe“. Sie gewährleistet nach Angaben des Herstellers durch ihre hohe sd-Wertspreizung von 0,3 bis 25 Meter auch bei starken Temperaturschwankungen eine exakte Umschaltung zwischen dampfbremsender und diffusionsoffener Funktion. Etwaige Feuchtigkeit im Dachstuhl kann so in den Sommermonaten in die Innenräume entweichen, die gesamte Konstruktion sicher rücktrocknen.

Vierseithof_Dampfbremse
Zur Sicherstellung der Luftdichtheit wählten die Dachprofis der Alpha Projekt GmbH die feuchteadaptive Dampfbremse „Isover Vario Xtra Safe“, die zwischen den beiden Dämmlagen verlegt wurde.

„Bei der Verlegung von Dampfbremsen gerade in solch historischen Bauwerken ist allerdings besondere Sorgfalt gefragt“, erklärt Zsolt Bencze von Alpha Projekt. „Die wenigsten Wände sind absolut gerade. Es gilt viele Anschlussdetails zu lösen und unzählige Durchdringungen optimal abzudichten. Besondere Sicherheit bieten dabei geprüfte Systeme wie ,Vario‘ von Isover. Für jeden Untergrund gibt es die perfekt haftenden Klebe- und Dichtmassen. So haben wir in Obing auch erstmals das neue überputzbare Anschlussband ,Vario Bond‘ für den sicheren Anschluss von Dampfbremse, Fenster und Türen an das verputzte Mauerwerk eingesetzt. Das Band besitzt eine sehr hohe Klebekraft sowohl auf Beton und Stein als auch auf Holz und Metall“, so Bencze weiter.

Behagliches Innenraumklima bei überschaubaren Heizkosten
Um die wärmedämmenden Eigenschaften der neuen Dachkonstruktion weiter zu verbessern, verlegte das Ausbauteam anschließend eine 100 Millimeter starke Lage des Klemmfilzes von Isover als Untersparrendämmung. „Im Zusammenwirken der Hinterlüftungsebene von außen sowie der feuchteadaptiven Dampfbremse und der diffusionsoffenen Dämmstoffe im Inneren ist ein Dachaufbau entstanden, der sowohl maximale Sicherheit vor Feuchteakkumulation in der Konstruktion bietet als auch für ein behagliches Innenraumklima und überschaubare Heizkosten sorgt“, hfasst Architekt Oliver Klemz seine Erfahrungen bei diesem Projekt zusammen. Mehr zum Thema Steildachsanierungen mit Produkten von Isover erfahren Sie auf der Website des Herstellers.