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Gesundheitsgefahren und Schutzmaßnahmen

Auf der 2. Münchner Schimmelpilzkonferenz am 24. September geht es vorrangig um Methoden und Verfahrensweisen bei der Messung und Sanierung von Schimmelpilzbelastungen. Aber nicht nur: Prof. Dr. med. Gerhard A. Wiesmüller beschäftigt sich in seinem Vortrag mit den „Gesundheitsgefahren für Sanierer“ durch Schimmelpilze und erklärt, wie man sich dagegen schützen kann.

Wiesmüller Schipiko München
Bei der 9. Berliner Schimmelpilzkonferenz im März sprang Dr. rer. nat. Julia Hurraß für den verhinderten Prof. Dr. med. Gerhard A. Wiesmüller ein und hielt den Vortrag über „Gesundheitsgefahren für Sanierer“ – in München wird der gleiche Vortrag gehalten. (Abb.: Rudolf Müller Mediengruppe)

Nach einigen Vorbemerkungen über die Begriffe „Hazard“ (Gefährdungspotenzial) und „Risk“ (Risiko), die Prof. Dr. Wiesmüller in Zusammenhang mit Schimmelbelastungen und ihre Auswirkungen auf Sanierer beziehungsweise Bewohner erläutert, beschäftigt sich sein Vortrag mit möglichen gesundheitlichen Folgen einer Exposition. Und die sind zahlreich: Infektionen, Sensibilisierungen und Allergien, Toxische Reaktionen, Geruchswirkungen und Befindlichkeitsstörungen.

Anschließend erläutert Prof. Dr. Wiesmüller, der als Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin seit 2010 die Abteilung Infektions- und Umwelthygiene des Gesundheitsamts der Stadt Köln leitet, die unterschiedlichen Gesundheitsschäden im Einzelnen. So steigt beispielsweise das Infektionsrisiko mit der Art des Schimmelpilzes – besonders hoch ist sie beim Aspergillus fumigatus. Und sie ist höher bei Menschen, bei denen bereits eine Erkrankung vorliegt. So sind Krebspatienten besonders gefährdet, aber auch bei Patienten mit einer Organtransplantation oder einer HIV-Infektion ist das Risiko erhöht.

Allergien beziehungsweise allergische Reaktionen, die von Schimmelpilzen verursacht werden können, gibt es einige: Allergische Konjunktivitis, Allergische Rhinitis, Allergische Rhinosinusitis, Allergisches Asthma bronchiale und Urtikaria. Außerdem können Schimmelpilze als Aeroallergen Triggerfaktor für atopische Dermatitis (atopisches Ekzem, Neurodermitis) sein. Im nächsten Schritt erklärt Prof. Dr. Wiesmüller, welche Prädispositionsfaktoren das Entstehen einer Schimmelpilzallergie begünstigen können. Es folgen Erläuterungen zu toxischen Reaktionen, Geruchswirkungen und Befindlichkeitsstörungen.

Zum Schluss beschäftigt sich der Vortrag mit der für Sanierer wohl wichtigsten Frage: Wie kann ich mich vor Schimmelpilzbelastungen schützen? Und ganz oben auf der Liste, so Prof. Dr. Wiesmüller, steht als zentrales Element des Arbeitsschutzes eine Gefährdungsbeurteilung. Im nächsten Schritt sollten geeignete Schutzmaßnahmen festgelegt und anschließend die Beschäftigten informiert werden. Zum Schluss folgt die arbeitsmedizinische Vorsorge. Mehr erfahren Sie auf der 2. Münchner Schimmelpilzkonferenz .