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GEG: Auslaufmodell offene Abzugsanlagen

Mit dem Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) kommt es auch zu Änderungen beim Überprüfen der Gebäude-Luftdichtheit. Mit Folgen für die Planung Fall von Rauch- und Wärmeabzügen (RWA) und Aufzugschachtentlüftungen. Permanent offene Anlagen dürften zum Auslaufmodell werden.

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Nicht verschließbare Entrauchungsöffnungen bergen das Risiko, dass ein Gebäude den Dichtheits-Grenzwert verfehlt. (Abb.: FLiB)

Bislang war es üblich, dauerhaft offene RWAs während einer Luftdurchlässigkeitsmessung komplett abzudichten. Das führte dazu, dass Gebäude beim Dichtheitstest gute Kennwerte erreichten, obwohl durch solche Öffnungen im Nutzungszustand ein ständiger Luftaustausch stattfindet. Mit dem neuen GEG ist diese Messpraxis nicht länger zulässig. Das Gesetz schreibt vor, dass Luftdichtheitstests nach der Messnorm DIN EN ISO 9972 und den zugehörigen Nationalen Anhängen zu erfolgen haben. Und diese stellen klar: Verschließbare RWAs und Entlüftungen von Aufzugsschächten dürfen für den Test zwar geschlossen werden. Weitere Maßnahmen aber – und damit auch das gängige temporäre Abdichten – sind nicht erlaubt. Somit bleiben die Öffnungen nicht verschließbarer Rauch- und Wärmeabzüge künftig auch beim Dichtheitstest offen und wirken sich auf die ermittelte Luftwechselrate aus. Im Ergebnis liegt der in der energetischen Berechnung angesetzte Dichtheitskennwert näher an der gebauten Wirklichkeit.

Früh geplant, schnell amortisiert
„Wir möchten verhindern, dass diese doch etwas versteckte Neuerung bei RWAs erst dann auffällt, wenn das Gebäude im schlimmsten Fall beim Test durchfällt“, erklärt Oliver Solcher, der Geschäftsführer des in Berlin ansässigen Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen e.V. (FLiB) aufmerksam. Der Verband rät allen Verantwortlichen, beim Planen von Aufzügen und Treppenräumen von Anfang an Rauch- und Wärmeabzüge vorzusehen, die nur im Bedarfsfall offen stehen. Also dann, wenn man lüften will oder sich Rauch oder Hitze entwickeln. Mit dem Einbau solcher verschließbaren RWAs sei man nicht nur beim Luftdichtheitstest auf der sicheren Seite. „Vor allem vermeidet man die massiven Wärmeenergieverluste, die bei permanent offenen Vorrichtungen die Regel sind“, führt Solcher weiter aus. Und das macht verschließbare RWAs auch wirtschaftlich interessant: Frühzeitig eingeplant, amortisieren sie sich über die erzielte Energieeinsparung meist schon nach ein bis zwei Jahren.

Praxisgerechte Lösungen, die Fahrschachtentrauchungsöffnungen oder Lichtkuppeln etwa über Brandmeldeanlagen steuern und zugleich die Vorgaben von Landesbauordnungen sowie sämtlicher einschlägiger Normen und sonstiger relevanter Regelwerke erfüllen, sind am Markt etabliert. Viele lassen sich auch im Bestand nachrüsten. Weitere Informationen, zum Beispiel über die exakten Formulierungen im GEG und die entsprechenden Vorschriften der EnEV finden Sie auf der Website des FLiB.