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Formaldehyd wahrscheinlich krebserzeugend

Die EU hat eine Neueinstufung von Formaldehyd vorgenommen: Zum Stichtag 1.1.2016 gilt es als Karzinogen der Kategorie 1B und als Mutagen der Kategorie 2.

Formaldehyd Luftreinigung Platten
Rigips bietet eine Ausbauplatte an, die nach eigenen Angaben den Formaldehydanteil in der Raumluft senkt. (Abb.: Rigips)

Diese Neueinstufung bedeutet, dass Formaldehyd wahrscheinlich krebserzeugend und eventuell erbgutverändernd wirkt. Galt Formaldehyd lange Zeit zwar bereits als „Stoff, der wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis gibt, über den jedoch nicht genügend Informationen für eine befriedigende Beurteilung vorliegen“, so hat sich diese Informationslage seit den 1980er Jahren deutlich verbessert. Untersuchungen – unter anderem der WHO – führten bereits 2008 zu einer Heraufstufung des Formaldehyds in Kategorie 2 und nun zur Verabschiedung der Verordnung EU 605/2014, mit der die Reklassifzierung als Karzinogen 1B und Mutagen 2 beschlossen wurde. Nach wie vor ist Formaldehyd einer der am häufigsten auftretenden Flüchtigen organischen Stoffe, kurz VOC (volatile organic compounds). In die Raumluft gelangt er durch eine Vielzahl von Quellen, unter anderem auch durch Baumaterialien und Einrichtungsgegenstände. Baustoffhersteller und insbesondere Hersteller von Holzwerkstoffen müssen in diesem Zusammenhang strenge Emissionsgrenzen beachten und gezielt nach Ersatzstoffen für Formaldehyd in ihren Materialien suchen. Gleiches gilt für die verarbeitende Industrie unter anderem im Holzfertighausbau: In ihren Produktionsbereichen werden vermutlich bald niedrige Arbeitsplatzgrenzwerte rechtlich verbindlich.

Einiger Hersteller bieten spezielle luftreinigende Ausbauplatten an, darunter Rigips, mit seiner „Activ’Air“-Technologie. Nach Angaben des Herstellers reduziert das Produkt den Formaldehydgehalt in der Raumluft um bis zu 80 Prozent. Mit der Neueinstufung könnten Produkte wie diese in Zukunft an Bedeutung gewinnen.