zurück

Fachsymposium der LIB NRW: Vielfältig und informativ

Das 28. Fachsymposium „Betoninstandhaltung heute für die Zukunft“ der Landesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken NRW e.V. (LIB) hatte einiges zu bieten: Fünf Referate aus vier unterschiedlichen Bereichen der Betoninstandsetzung sowie ein juristisches Thema und 29 Fachaussteller aus dem gesamten Bereich der Betoninstandhaltung, die über Instandsetzungsprodukte, Geräteeinsatz, Güteschutz und Weiterbildung informierten.

Symposium LIB Sebastian Fink und Frank Pawlik
Sebastian Fink, Vorsitzender der LIB NRW e. V. und Technischer Leiter SBS GmbH (links) und Dipl.-Ing. Frank Pawlik, Geschäftsführer der LIB NRW, freuten sich über die große Resonanz beim 28. Fachsymposium „Betoninstandhaltung heute für die Zukunft“. (Abb.: Rita Jacobs)

Darüber hinaus war das Fachsymposium „Betoninstandhaltung heute für die Zukunft“ LIB wie immer gut besucht. „320 Teilnehmer“, so Sebastian Fink, Vorsitzender der LIB und Technischer Leiter der Firma SBS GmbH bei der Begrüßung der Teilnehmer, „das ist eine imposante Resonanz, die uns jedes Jahr erneut dazu anspornt, ein spannendes Forum zum Thema Betoninstandsetzung in NRW zu organisieren.“ Steigende technische und ökologische Anforderungen an die Bauwerke sowie zunehmend komplexere Planungsprozesse würden in diesem immer wichtiger werdenden Bereich der Bauwirtschaft intelligente Materialien und Produkte erfordern sowie klare und transparente Regeln bzw. Richtlinien für die Betoninstandhaltung. Bisher aber seien alle Hoffnungen enttäuscht worden. „Seit Jahren“, so Sebastian Fink, „warten zumindest Planer und ausführende Unternehmen auf die Aktualisierung der Richtlinie.“ Fink kündigte jedoch „Licht am Ende des Tunnels“ an und verwies auf die Internetseite des DIBT (Deutsches Institut für Bautechnik), Berlin, wo seit Anfang des Jahres der Entwurf von Änderungen der Musterverwaltungsvorschrift „Technische Baubestimmungen“ für die Ausgabe 2020/1 sowie die „Technische Regel Instandhaltung von Betonbauwerken (TR Instandhaltung) zur Anhörung veröffentlicht worden ist. „Hiermit wird nun endlich nach Jahren des Wartens allen an der Betoninstandhaltung Beteiligten die Möglichkeit gegeben, sich auf die neue Rechtslage einzustellen“, hofft Sebastian Fink und kündigte Dr.-Ing. Lars Wolff vom Ingenieurbüro Raupach Bruns Wolff aus Aachen mit Informationen aus erster Hand an.

Symposium LIB
320 Teilnehmer aus allen Bereichen der Betoninstandsetzung trafen sich auf der Veranstaltung in Dortmund. (Abb.: Rita Jacobs)

In seinem Vortrag „Die neue Technische Regel ‚Instandhaltung von Betonbauteilen‘ des DIBT“ gab Dr. Wolff Licht zunächst einen Überblick über den aktuellen Stand des Verfahrens. Anschließend ging er detailliert auf Änderungen bei Prinzipien und Verfahren sowie auf Änderungen bei Instandsetzungsprodukten und bei Ausschreibungen beziehungsweise bei Bauausführungen ein und gab Hinweise zum Nachweis der Verwendbarkeit der Bauprodukte. Sein Fazit: Die TR Instandhaltung kann aktuell benutzt werden. Ab Oktober 2020 wird sie voraussichtlich eine Technische Baubestimmung. Dann müssen die Anforderungen der TR Instandhaltung eingehalten werden. Die Produktanforderungen im Regelungsbereich der TR Instandhaltung sind in weiten Teilen mit denen der ZTV-ING, Teile 3.4 und 3.5 sowie ZTV-W LB 219 identisch. Die Nachweise der Verwendbarkeit und der Übereinstimmung in der TR Instandhaltung dagegen unterscheiden sich deutlich von denen in der ZTV-ING, Teile 3.4 und 3.5 sowie ZTV-W LB 219.

Außerdem demonstrierte Dr. Holle Gedecke von WTM Engineers in Kooperation mit Marike Bornholdt anhand eines Projektbeispiels, wie BIM die Instandsetzungsplanung verbessern kann. Die Referentin führte aus, wie auf Grundlage des 3D-Modells eines Stahlbetonbauwerks Schäden und Fotos lagegenau verortet und mit weiteren Attributen in eine Datenbank aufgenommen werden können und erklärte die darauf aufbauende Planung weitergehender Untersuchungen, deren Lage und Ergebnisse dann im 3D-Modell ergänzt werden können. Dipl.-Ing. Susanne Gieler-Breßmer von der IGF Ingenieur-Gesellschaft für Bauwerkssanierung und Björn Krocker, Projektleiter der Neuen Lübecker Norddeutschen Baugenossenschaft, stellten anschließend außergewöhnliche statische Maßnahmen bei der Instandsetzung einer Tiefgarage unter einem im Wesentlichen in den Jahren 1973 -1975 geplant und erstellten Wohn- und Geschäftshaus vor. Praxiserfahrungen zum regelwerkskonformen Einsatz von Schutz und Instandsetzungsprodukten aus Sicht der Bauausführung präsentierte Dipl.-Ing. Siegfried Bepple, Geschäftsführer der GQ Quadflieg Bau GmbH. Die Teilnehmer erhielten dabei Hinweise auf die Vorgaben und Regelungen zur Überwachung durch das ausführende Unternehmen.  Zum Schluss der Veranstaltung klärte RA Dr. Martin Stelzner von der Kanzlei Kapellmann & Partner über Prüf- und Hinweispflichten in der Angebots- und Ausführungsphase auf.

Im nächsten Jahr wird statt des LIB-Fachsymposiums die BetonInsta 2021 als bundesweite Veranstaltung der Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken (BGIB) stattfinden, wahrscheinlich im Ruhrgebiet. Alle wichtigen Details können rechtzeitig auf den Websites der BGIB oder der LIB abgerufen werden.