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Die „Gelbe Wand“ hält wieder dicht

Der 1974 gebaute und mehrfach umgebaute Signal Iduna Park in Dortmund ist das größte Fußballstadion in Deutschland, und die sogenannte „Gelbe Wand“ bietet europaweit die meisten Stehplätze. 2017 wurden in knapp zweieinhalb Monaten die Betonelemente der gesamten Tribüne instand gesetzt und neu beschichtet.

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Mit einem Feinspachtel bekam die Tribüne eine glatte Oberfläche. (Abb.: Holger Jacoby/vor-ort-foto.de)

Die über 80.000 Zuschauer pro Spiel hatten über die letzten 40 Jahre ihre Spuren hinterlassen: Die mechanische Belastung und Bewitterung hatten die Betonoberfläche geschädigt. In den Bereichen ohne Bedachung war der Beton zudem durch Tausalz mit Chlorid belastet. Um die Tribüne wieder sicher zu schützen, wurde daher im ersten Bauabschnitt der betroffene Beton mit dem Betoninstandsetzungssystem „Sika MonoTop“ instand gesetzt. An kleineren Schadstellen reichte es aus, die Oberfläche abzuschleifen und mit einem Feinspachtel („Icoment-520 Mörtel“) auszubessern.

Damit zwischen den einzelnen Treppenabschnitten der Stadiontribüne kein Wasser mehr eindringen kann, füllten die Verarbeiter danach die Fugen mit einer brandbeständigen Fugenschnur und versiegelten sie mit einem Dichtstoff mit geringer Kerbempfindlichkeit, hohem Weiterreißwiderstand, guter Witterungsbeständigkeit und hoher Farbtonstabilität („Sikaflex PRO-3“). Das eingesetzte Produkt auf Basis der vom Hersteller sogenannten „i-Cure-Technologie“ härtet lösemittel- und blasenfrei aus, was auch die Trocknung verkürzt.

Schutzbeschichtung erfordert individuelle Lösung

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Das eingesetzte Beschichtungssystem verhindert, dass Wasser und Salze in den Beton eindringen. (Abb.: Holger Jacoby/vor-ort-foto.de)

Besonders herausfordernd waren die vom Planer gestellten Anforderungen an die Betonbeschichtung: Sie sollte sehr dünn sein und trotzdem bestmöglichen Schutz vor mechanischer und chemischer Belastung sowie vor Witterungseinflüssen bieten. Für den Aufbau einer Betonbeschichtung mit dieser Schichtdicke lagen keine Prüfzeugnisse vor. Deshalb wurde zunächst in Testreihen ermittelt, welche Produkte den Anforderungen gerecht werden. Außerdem war aufgrund des großen Materialeinsatzes eine wirtschaftliche Lösung gefragt.

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Der Dichtstoff für die Fugen härtet lösemittel- und blasenfrei aus. (Abb.: Holger Jacoby/vor-ort-foto.de)

Die Sika-Experten legten vor Ort die Musterflächen an, um den passenden Aufbau zu finden. So fiel die Wahl an den weniger beanspruchten Betonflächen auf die Schutzbeschichtung „Sikagard-675 W ElastoColor“, um das Eindringen von Wasser und Salzen zu verhindern. Beanspruchte senkrechte und die begehbaren horizontalen Flächen erhielten einen zweistufigen Aufbau: ein 2-komponentiges Epoxidharzbindemittel als Grundierung („Sikafloor-161“) und eine Polyurethanversiegelung („Sikafloor-359 N“). Der Aufbau hat eine hohe mechanische Beständigkeit, sein modernes Grau ist unempfindlich gegen Schmutz, UV-beständig und vergilbt nicht. Das Grau passt farblich außerdem gut zur gelben Bestuhlung.

Die Planung der Betoninstandsetzungsmaßnahme lag in den Händen der Wissbau GmbH, Essen. Die Ausführung oblag der Massenberg GmbH, Essen.