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Denkmalschutz: Fortbildung für Profis

Die Propstei Johannesberg, eine Fortbildungseinrichtung für alle in der Denkmalpflege und Altbausanierung Tätigen, veranstaltet im 2. Quartal 2021 wieder eine Reihe interessanter Seminare. Wir haben einige für Sie zusammengestellt.

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Dacheindeckungen auf historischen Gebäuden stehen im Zentrum der 17. Fachtagung „Dialog Handwerk und Denkmalpflege“. (Abb.: Propstei Johannesberg)

In der Denkmalpflege und bei Restaurierungen werden häufig geschmiedete Stücke benötigt und oftmals ist kein Schmied für die Herstellung aufzutreiben. Deshalb vermittelt die Propstei Johannesberg in einem dreitägigen Praxisseminar von Donnerstag, 22. April, bis Samstag, 24. April, 2021 unter dem Titel „Schmieden und Gießen für Metallbauer, Tischler und Restauratoren im Handwerk“ theoretische und praktische Grundlagen für das Schmieden und Gießen vermittelt.

Von Montag, 03.05., bis Mittwoch, 05.05.2021, geht es in einem Praxisseminar für Maler und Tischler um „Untersuchungsmethoden und Konzeptentwicklung für Oberflächen, Farben und Fassungen auf Möbeln, Skulpturen und Holzobjekten“. Ziel ist, ein fertiges Konzept zur Restaurierung beziehungsweise Konservierung zu erarbeiten und für die weitere Arbeit in den eigenen Werkstätten gerüstet zu sein. Unter anderem werden UV-Licht-, Lösemittel- und einfache mikrochemische Untersuchungsmethoden vermittelt.

Parallel zu diesem Praxisseminar für Maler und Tischler findet ein dreitägiges Praxisseminar „Schrift“ für Maler statt. Die Propstei Johannesberg möchte dazu motivieren, alte Techniken nach historischen Gegebenheiten kennenzulernen und ausführen zu können. Mit einfachen Übungen auf Probeflächen sollen typische Pinselschriften ausprobiert und geübt werden.

Am Dienstag, 11. Mai 2021, findet die 17. Fachtagung „Dialog Handwerk und Denkmalpflege“ statt. Diese Veranstaltungsreihe ist ein Fortbildungsangebot der Propstei Johannesberg in Kooperation mit der Beratungsstelle für Handwerk und Denkmalpflege und dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen, das sich übergreifend an alle an der Denkmalpflege beteiligten Personen und Berufsgruppen richtet. In diesem Jahr liegt der Fokus auf Dacheindeckungen auf historischen Gebäuden. Damit wird das Thema der Dialogveranstaltung 2019 fortgesetzt. Angesichts der Vielfalt an möglichen Materialien für die Ausführung von Dacheindeckungen konnte 2019 nur ein Teil behandelt werden.

Eine Woche später, am 18. Mai 2021, werden im Fachseminar „Haustechnik im Denkmal“ an konkreten Projekten beispielhaft verschiedene Herangehensweisen an die Thematik vorgestellt, Grenzen und Probleme dargestellt und die Vereinbarkeit der unterschiedlichen Anforderungen diskutiert. Die Veranstaltung richtet sich an Architekten, Fachingenieure, Handwerker und ausführende Firmen.

Die Möglichkeiten zur Sicherung und Restaurierung historischer Gefacheputze wird von Donnerstag, 27.05., bis Samstag, 29.05.2021 in einem Praxisseminar für Maurer geübt und erörtert. Gefacheputze an Fachwerkfassaden sind durch Witterungseinflüsse und dem Materialwechsel von Holz und Putz besonderen Beanspruchungen ausgesetzt. Diese Beanspruchungen sowie regelmäßig stattfindende Sanierungsmaßnahmen an Fachwerkgebäuden haben bis heute zu einem erheblichen Verlust an historischen Putzen geführt. Aus diesem Grund besteht seitens der Denkmalpflege ein großes Interesse, die noch vorhandenen Putzbestände zu sichern und zu erhalten.

In einem ebenfalls 3-tägigen Praxisseminar von Donnerstag, 17. Juni, bis Samstag, 19. Juni 2021, werden den Teilnehmern umfangreiche Kenntnisse im Sandgussverfahren sowie erste theoretische Einblicke ins Wachsausschmelzverfahren vermittelt. In diesem Aufbauseminar Gießen stellen die Teilnehmer selbst Modelle und Gussformen für Rekonstruktionen von Beschlägen, alten Schlüsseln, Zaunspitzen und Beschriftungen her. Es richtet sich an Metallbauer, Tischler und Restauratoren im Handwerk.

Von Freitag, 25. Juni, bis Samstag, 26. Juni 2021, geht es zwei Tage lang um die statische Beurteilung von Vollholz im Bestand. Das Seminar „Historische Holztragwerke – Ingenieurmäßige Beurteilung im Bestand“ besteht aus zwei Themenblöcken. Am ersten Tag wird überwiegend das Thema „Nachrechnung von historischen Holzkonstruktionen“ behandelt, am zweiten Tag die visuelle Sortierung, der ingenieurmäßige Umgang mit Holzmängeln und die Konsequenzen in der Planung und Begleitung der Ausführung. Eine weitergehende vertiefte Behandlung des Themas „Statische Beurteilung von Vollholz im Bestand“ ist in einem späteren Seminar vorgesehen.

Im Aufbauseminar „Beschläge schmieden“ schließlich werden Metallbauern, Tischlern und Restauratoren im Handwerk von Donnerstag, 8. Juli bis Samstag, 10. Juli 2021 praktische und theoretische Kenntnisse in der Rekonstruktion von historischen Tür-, Tor- und Fensterbeschlägen vermittelt. Der Schwerpunkt liegt an diesen drei Tagen auf der Vermittlung von Schmiedetechniken, um Rekonstruktionen und Duplizierungen von Beschlägen anzufertigen beziehungsweise Fachwissen aufzubauen. Die Teilnehmer fertigen selbst geschmiedete Beschläge nach zur Verfügung gestellten Vorlagen und Modellen.

Alle Seminare der Propstei Johannesberg finden Sie auf der Website des Veranstalters.