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DCONex: Auf der Baustelle wird sich was ändern

Welche Möglichkeiten gibt es, im Baubestand Tätige und Nutzer von Altbauten vor Schadstoffen zu schützen? Welcher Anstrengungen bedarf es, den Baubestand von bekannten Gebäudeschadstoffen wie Asbest oder PCB zu befreien? Antworten auf diese Fragen erhielten Besucher der DCONex, die am 17. und 18. Januar in Essen stattgefunden hat. Eindrücke und Statements finden Sie hier.

DCONex 2018 - Teilnehmer im Saal
Rund 250 Teilnehmer besuchten die DCONex 2018, die am 17. und 18. Januar in Essen stattfand. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/M. Henke)

In den vergangenen Jahren wurde in Fachkreisen heftig darüber diskutiert, welche Möglichkeiten es gibt, vor allem Handwerker und Gebäudenutzer vor Asbest zu schützen. Anlass der Diskussionen waren Untersuchungen in Hamburger Schulen, die ergaben, dass sich in mindestens einem Viertel der vor 1995 errichteten Gebäude Asbest befindet.

Brisant waren die Ergebnisse vor allem deshalb, weil der Schadstoff, der, einmal freigesetzt, über die Lunge aufgenommen wird, nicht in den klassischen „Asbestprodukten“ sondern in den verschiedensten Bauprodukten wie Putzen, Fugendichtmassen und Beschichtungen gefunden wurde. Der Gesamtverband Schadstoffsanierung (GVSS) veröffentlichte daraufhin 2015  ein Diskussionspapier: Seither ist klar, Asbest „versteckt“ sich in einem Großteil (25 bis 40 Prozent) aller Altbauten und kann bei vielen Tätigkeiten im Baubestand unbeabsichtigt freigesetzt werden.

Bislang fehlten gesetzliche Grundlagen, die Auftragnehmer in die Lage versetzten, vor Tätigkeiten im Bestand eine Erkundung von Bauschadstoffen auch dann zu erwirken, wenn der Bauherr nicht bereit war, diese zu beauftragen. Außerdem fehlen konkrete Vorgaben, wie gerade bei kleineren Maßnahmen, etwa bei Badsanierungen, der Schutz der Handwerker sichergestellt werden kann.

Leitplanken zu entwickeln, anhand derer sich diese Aufgaben in Zukunft rechtssicher bewältigen lassen, hat sich der Nationale Asbestdialog zur Aufgabe gesetzt. Er wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ins Leben gerufen. An drei Diskussionsrunden hatten sich Vertreter unterschiedlichster Interessengruppen beteiligt – vom Gesamtverband Schadstoffsanierung über Handwerkerverbände bis zu Wohnungsgesellschaften und Immobilienverbänden.

Diskussionen zu Gebäudeschadstoffen zeigen erste Konsequenzen

Die diesjährige DCONex zeigte, dass zwar nach wie vor viele Fragen offen sind, aber dass sich bereits klare Wege abzeichnen, mit denen ein besserer Schutz von Handwerkern und Nutzern erreicht werden kann. So wurde bereits ein Paragraf im Chemikaliengesetz angepasst, der es zukünftig ermöglicht, in baurelevanten Regelwerken die Verantwortung von Bauherrn für den Schutz der Auftragnehmer und dritter zu verankern.

Insbesondere im von B+B BAUEN IM BESTAND ausgerichteten Block, der sich an alle im Bestand Tätigen richtete, wurde aber auch deutlich, dass Schutzmaßnahmen sich auf mehr als den Schutz vor Asbest beziehen müssen und Auftragnehmer selbst einiges tun können, um sich und ihre Angestellten zu schützen.

Statements, Antworten und Eindrücke von der Veranstaltung bietet unsere Bildergalerie.  

Die DCONex wurde ausgerichtet von der AFAG Messen und Ausstellungen, dem GVSS und der Verlagsgesellschaft Rudolf Müller (Redaktion B+B BAUEN IM BESTAND). Die nächste DCONex findet statt am 13. und 14. Februar 2019.

Interessierte finden einen weiteren Beitrag zur Schadstoffmesse DCONex in Ausgabe 1-2018 der Fachzeitschrift B+B BAUEN IM BESTAND .