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Das DIBt veröffentlicht Technische Regel

Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) hat auf den Stillstand in Sachen Instandhaltungsrichtlinie reagiert. Es hat Mitte Januar eine „Technische Regel Instandhaltung von Betonbauwerken“ veröffentlicht und zur Anhörung gestellt. Sie soll voraussichtlich im Oktober 2020 in die Technischen Baubestimmungen (VV TB) integriert werden.

14. GUEP-Planertag Wilhelm Hintzen
Dr.-Ing. Wilhelm Hintzen kündigte die Veröffentlichung der „Technischen Regel Instandhaltung von Betonbauwerken“ des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) auf dem 14. GUEP Planertag in Köln an. (Abb.: B+B Bauen im Bestand/M. Henke)

Das DIBt sah sich gezwungen, dieses Regelwerk zu erarbeiten, da die Bauaufsicht dringend auf den Nachfolger der teilweise veralteten „DAfStb-Richtlinie für Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen“ wartet. Es gibt zwar eine im Gelbdruck veröffentlichte Betoninstandhaltungsrichtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton. Aber deren weitere Bearbeitung und Verabschiedung wurde vorerst gestoppt, weil die Deutsche Bauchemie e.V. diesen Entwurf für nicht europarechtskonform hält und mit einer Klage gedroht hat.

Die neue Technische Regel (TR) soll vor allem Teil 2 der Betoninstandsetzungsrichtlinie „Bauprodukte und Anwendung: Allgemeine Regelungen und Planungsgrundsätze“ ersetzen. Ihr Aufbau orientiert sich an den Tabellen im Entwurf der Instandhaltungsrichtlinie, hat aber laut Dr.-Ing. Wilhelm Hintzen vom DIBt, der die neue TR auf dem 14. GUEP Planertag in Köln im November in Grundzügen vorstellte, die dort noch enthaltenen Fehler ausgemerzt und Anpassungen im Hinblick auf die Europarechtskonformität vorgenommen.

Auch die neue Technische Regel des DIBt führt daher von der Bestimmung des Istzustands sowie der Festlegung von Expositions- und Altbetonklassen zu Instandsetzungsprinzipien und den zum Erreichen des Instandsetzungsziels erforderlichen Leistungsmerkmalen der Instandsetzungsprodukte. Sind diese Leistungen durch die harmonisierte europäische Normenreihe 1504 erklärbar, werden diese Angaben verwendet. Sind sie es nicht, können diese Merkmale über eine technische Dokumentation nachgewiesen werden.

Um die Leistungsfähigkeit der Bauprodukte zu überprüfen, wird die neue Technische Regel das Verfahren AVCP 2+ verlangen. Dieses sieht Kontrollmaßnahmen und Erklärungen durch den Hersteller vor, aber keine externe Produktionskontrolle durch eine zertifizierte Stelle wie beim Verfahren AVCP 1+. Dass das DIBt das Verfahren 2+ in das Regelwerk aufnimmt, hat allein europarechtliche Gründe.

Leistungsfähigkeit der Bauprodukte muss nachgewiesen werden

Den Bundesanstalten für Straßenwesen und Wasserbau (BAST und BAW) genügen diese Nachweise nicht, erläuterte Dipl.-Ing. Andreas Westendarp von der BAW auf dem GUEP Planertag. Sie verlangen in ihren Empfehlungen eine Leistungskontrolle entsprechend AVCP 1+. Denn diese Forschungseinrichtungen des Bundes vertreten die Auffassung, dass sie nicht gezwungen werden können, Bauprodukte einzusetzen, deren Leistungen im Hinblick auf die Verkehrssicherheit nicht nachgewiesen sind. Ansonsten haben sich die beiden Institutionen beim Aufbau ihrer Empfehlungen ebenfalls vom Gelbdruck der Instandhaltungsrichtlinie „inspirieren“ lassen. Was es allerdings nicht mehr gibt (und nicht mehr geben wird) ist die sogenannte BAST-Liste, in der für die jeweiligen Anwendungen geeignete Produkte mit ihren Leistungsmerkmalen gelistet sind. Die neue Technische Regel kann auf der Website des DIBt heruntergeladen werden.