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Dachpappenabfall wiederverwenden statt entsorgen

Die Dachpappe Recycling Deutschland bietet ein neues Verfahren an, das es möglich macht, Dachpappenabfall zu recyceln und bei der Asphaltherstellung als Bindemittel wiederzuverwenden.

Recycling Dachpappenabfall Asphaltherstellung
Das aus Dachpappenabfall recycelte Material kann bei der Asphaltherstellung als Bindemittel verwendet werden und das in Asphalt enthaltene reine Bitumen zur Hälfte ersetzen. (Abb.: Tarpaper Recycling)

Ob Hausanbau oder Flachdach des Wohnhauses, ob Garagendach, Gartenhaus oder kleiner Schuppen: Dachpappen werden häufig als Dämmung oder Abdeckung verwendet und haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Beim Austausch fällt meist eine enorme Menge Abfall an, die es fachgerecht zu entsorgen gilt – was zum Teil mit erheblichen Kosten für den Entsorger verbunden ist. Bisher wurde Dachpappe aus Abrissen oder Sanierungen von Dächern auf Deponien gebracht oder verbrannt. Eine aus Skandinavien stammende neue Methode macht es nun möglich, Dachpappe zu recyceln.

Das neue Recyclingverfahren bietet verschiedene Vorteile
Patentiert hat das Verfahren das dänische Unternehmen Tarpaper Recycling. Dieses legte den Fokus im neu entwickelten Verfahren auf Bitumen, einem raffinierten Erdölerzeugnis, das im Straßenbau als Bindemittel eingesetzt wird und zusammen mit Gesteinskörnungen den Asphalt bildet. Der Bitumen-Gehalt von Dachpappe liegt bei 55 Prozent und damit weit höher als bei recyceltem Asphalt, der traditionell als Ersatz für reines Bitumen verwendet wird. Bei dem innovativen Raffinationsverfahren wird die bitumenreiche Dachpappe in ein Granulat, das so genannte „Bitumen-Mix“, umgewandelt – ein Rohstoff, der nach Angaben des Entwicklers zu 100 Prozent recycelbar und mit dem CE Gütesiegel ausgezeichnet ist.

Recyceltes Bitumen aus Dachpappe kann bei der Asphaltherstellung als Bindemittel verwendet werden und das in Asphalt enthaltene reine Bitumen zur Hälfte ersetzen. Dabei kann es immer auch zusammen mit recyceltem Asphalt eingesetzt werden. Der unter Zugabe von recyceltem Dachpappenabfall hergestellte Asphalt kann sowohl als untere als auch obere Asphaltschicht für Straßenbeläge verwendet werden und entspricht in Bezug auf Qualität dem ohne Zugabe von Bitumen-Mix hergestellten Asphalt.

Nach Angabe des Entwicklers, können Asphalthersteller auf diese Weise erhebliche Einsparungen erzielen. Ein Rechenbeispiel zeigt: Bei einem Produktionsvolumen von 100.000 Tonnen Asphalt im Jahr beschert die Zugabe von zwei Prozent Bitumen aus Bitumen-Mix den Asphaltherstellern potenzielle Einsparungen in Höhe von 400.000 Euro – 500.000 Euro jährlich. Zudem soll die Umwelt geschont werden. Im Vergleich zur herkömmlichen Behandlung von Dachpappenabfall werden pro Tonne Asphalt, der mit Dachpappengranulat hergestellt wird, 60 Kilogramm CO2 eingespart. Bei der Herstellung von 100.000 Tonnen Asphalt lassen sich demnach 6.000 Tonnen CO2 einsparen. Das Verfahren leistet demnach einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Die Kosten für die Entsorgung der Dachpappe durch Recycling liegen im Allgemeinen unter den üblichen Entsorgungskosten von Deponien und Verbrennungsanlagen.

Weitere Details zu dem Recycling von Dachpappe finden Sie auf der Website der Tarpaper Recycling .