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BDA fordert „klimagerechtes Bauen“

Der Bund Deutscher Architekten (BDA) hat auf dem 15. BDA-Tag in Halle an der Saale mit dem Positionspapier „Das Haus der Erde“ einen programmatischen Aufruf für eine klimagerechte Architektur in Stadt und Land beschlossen.

BDA-Tagung Leopoldina
Der BDA-Tag in der Leopoldina in Halle (Abb.: Leon Lenk)

Das Positionspapier fordert nicht weniger als einen Paradigmenwechsel für die Architektur und das Bauen: Verzicht und Reduktion anstelle einer überholten und klimaschädlichen Wachstumsstrategie. Architekten und Stadtplaner müssten ihren Teil dazu beitragen, nachfolgenden Generationen eine Zukunft auf der Erde zu ermöglichen. Wiederverwenden, Umnutzen, Nachnutzen und Mitnutzen sind die Schlagworte die sich im Positionspapier „Das Haus der Erde“ dazu finden. „Für Betroffenheit und Absichtserklärungen ist die Zeit längst vorbei“, so BDA-Präsident Heiner Farwick in Halle. „Es gibt eine Pflicht zum Handeln. Wir haben nur diese eine Welt, für deren Erhalt wir als Einzelne, als Gemeinschaft, aber auch als Berufsstand noch zu wenig tun.“

Folgende Grundpositionen finden sich im Positionspapier:

• Die technische Aufrüstung zu „intelligenten Gebäuden“ soll durch eine „Intelligenz des Einfachen“ ersetzt werden.

• Dem Erhalt des Bestehenden mit der darin gebundenen „grauen Energie“ soll Priorität vor einem leichtfertigen Abriss eingeräumt werden.

• Alle zum Bauen benötigten Materialen müssen vollständig wiederverwendbar oder kompostierbar sein.

• Der Verzicht auf kohlenstoffbasierte Materialien und fossile Brennstoffe im Bauen soll an die Stelle der Energieeffizienz treten.

• Mobilität muss als konzeptionelle und gestalterische Aufgabe von Architekten und Stadtplanern verstanden werden.

• Die gewachsene Polyzentraliät Deutschlands muss gestärkt werden.

• Eine Kultur des Experimentierens sowie politische Versuchsräume sollen Ideen und Vorschläge für klimagerechte Lebens- und Verhaltensweisen erproben helfen.

Das Positionspapier lag in Halle in einem Entwurfsstand vor. Der BDA-Tag habe das Papier, das nun in einer endgültigen Fassung mit konkreten politischen Forderungen zu jedem Punkt angereichert werden soll, mit breiter Mehrheit beschlossen. Der BDA vertritt rund 5.000 freie Architektinnen und Architekten. Weitere Informationen über den BDA-Tag finden Sie auf der Website des BDA .