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BG BAU: Atemschutz in der Pandemie

Durch den explosionsartig gestiegenen Bedarf an Atemschutzmasken kommt es zu Engpässen bei der Lieferung – insbesondere beim Standard FFP2 und FFP3. Das dürfe nicht zur Folge haben, dass bei Bauarbeiten auf den notwendigen Schutz der Beschäftigten verzichtet wird, so die BG BAU. Die Berufsgenossenschaft gibt wichtige Hinweise zum staubminimierten Arbeiten und unterstützt Betriebe bei der Beschaffung von Alternativen.

BG BAU Atemschutz Corona
FFP2- und FFP3-Masken sind derzeit kaum noch zu bekommen. (Abb.: BG BAU)

Die gesetzlichen Vorschriften und Regeln zum Arbeitsschutz sind darauf ausgerichtet, das Leben und die Gesundheit der Berufstätigen zu schützen. Um dies zu erreichen, sind die Unternehmen in der Pflicht, Schutzmaßnahmen für ihre Belegschaft zu ergreifen. So entsteht bei vielen Tätigkeiten beim Bauen Staub oder es wird Staub aufgewirbelt. Doch Staub ist nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsschädlich. Gelingt es nicht, staubarm zu arbeiten, müssen als letztes Mittel der Wahl Atemschutzmasken getragen werden. Doch in der gegenwärtigen Situation sind die ein knappes Gut. Die Beschaffung dieser Masken stellt die Unternehmen der Bauwirtschaft daher vor große Herausforderungen.

Mögliche Atemschutz-Varianten
Sofern das Tragen von Atemschutz bei Staubbelastungen erforderlich wird, sollten mindestens Mehrweg-Halbmasken mit auswechselbaren P2-Filtern oder P3-Filtern eingesetzt werden. Halbmasken mit P2 oder P3 Filtern, die derzeit noch uneingeschränkt verfügbar sind, bieten gegenüber FFP-Masken den Vorteil, dass sie in der Praxis gegen das Gesicht einfacher und besser abdichten, insbesondere im Bereich der Nasenflügel. Insofern kommen auch Brillenträger häufig mit Halbmasken besser zurecht. Für bestimmte Tätigkeiten werden Halbmasken mit P2 oder P3 Filtern explizit vorgeschrieben. So dürfen bei Tätigkeiten an asbesthaltigen Materialien partikelfiltrierende Halbmasken FFP nur für kurzzeitige Tätigkeiten eingesetzt werden. Für länger andauernde Tätigkeiten sind Halbmasken mit P2 oder P3-Filtern oder höherwertiger Atemschutz einzusetzen.

Die Lieferschwierigkeiten mit Staubschutzmasken der Klassen FFP2 und FFP3 werden nach derzeitiger Einschätzung auch in der nächsten Zeit bestehen bleiben, da der Fokus der ausländischen Hersteller in den nächsten Wochen verstärkt auf dem amerikanischen Markt liegen wird. Daher akzeptiert die BG BAU in dieser schwierigen Situation auch Atemschutz (N95/N99-Masken), der nach amerikanischen Standards zertifiziert ist.

Alternativen zu Staubschutzmasken
Angesichts der Engpässe informiert die BG BAU zudem über praxistaugliche Wege und gute Alternativen, um Arbeiten staubarm durchzuführen. So werden den Betrieben auf der Website des Aktionsprogramms „Staubminderung beim Bauen“ unter www.staub-war-gestern.de zum kostenlosen Download zahlreiche Handlungshilfen und Branchenlösungen zur Verfügung gestellt. In einer Matrix werden dort zudem Gewerke bezogene Möglichkeiten zum Einsatz staubreduzierender Maßnahmen übersichtlich aufgezeigt.

„Gerade derzeit müssen die Anstrengungen gezielt darauf gerichtet werden alle verfügbaren technischen Möglichkeiten zum staubarmen Arbeiten auszuschöpfen. Durch den Einsatz moderner staubarmer Technologien – das heißt absaugende Maschinen, Bau-Entstauber und Luftreiniger – gelingt es, die Belastungen für die Beschäftigten zu reduzieren und weitgehend auf Atemschutz zum Schutz vor Stäuben zu verzichten“, sagt Norbert Kluger, Leiter der Abteilung Stoffliche Gefährdungen. Die BG BAU unterstützt die Betriebe im Rahmen ihrer Arbeitsschutzprämien mit einer finanziellen Förderung bei der Anschaffung geeigneter Maschinen und weiterer Maßnahmen zur Staubminderung. Dazu gehören, neben Bauentstaubern und Luftreinigern, auch Handmaschinen zum Absaugen von Staub sowie Schnellspannvorrichtungen für Staubschutzwände. Informationen und Antragsformulare dazu finden die Unternehmen unter dieser Internetadresse.

Eine kaum beeinträchtigende, hochwertige Variante des Atemschutzes ist der Einsatz von gebläseunterstütztem Atemschutz. Dieser ermöglicht ein längeres Arbeiten, da die Atemfunktion nicht belastet wird. Die Anschaffung von gebläseunterstützten Filtergeräten mit Helm wird von der BG BAU im Rahmen der Arbeitsschutzprämien für Mitgliedsbetriebe finanziell unterstützt. Unter dieser Internetadresse finden Sie weitere Informationen. Und allgemeine Informationen über die BG BAU gibt es hier.

Weitere Infos rund um den Corona-Ausbruch für andere Gewerke in der RM Rudolf Müller Mediengruppe finden Sie hier:

Fliesen und Platten

Zur aktuellen Situation im Baustoff-Handel finden Sie weitere Auskünfte über diese Seiten:

www.baustoffmarkt-online.de



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