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Bauplanung: VBI bewertet zurückgehende Aufträge als Alarmsignal

Immer mehr Auftraggeber halten Neuaufträge zurück. Dies ist das Ergebnis einer Blitzumfrage unter Ingenieur- und Architekturbüros des Verbands Beratender Ingenieure (VBI). Es drohe eine Verschleppung der Coronakrise weit in das kommende Jahr hinein.

VBI-Präsident Jörg Thiele
VBI-Präsident Jörg Thiele fordert für die Zeit der Krise Investitionsprogramme. (Abb.: VBI)

Auch wenn die Planungs- und Baubranche durch die Coronakrise derzeit weniger betroffen ist als andere Branchen bestehe die Gefahr eines massiven nachgelagerten Effekts, so der VBI. Die Umfrage unter den VBI-Mitgliedsunternehmen zeigt zwar, dass es bei aktuellen Projekten nur vereinzelte Störungen gibt und daher 63 Prozent der Unternehmen bislang keine Hilfen beantragt haben. Allerdings gehen bei mehr als der Hälfte der Unternehmen sowohl öffentliche als auch private Auftragseingänge zurück. „Die zunehmende Zurückhaltung der Auftraggeber ist ein Alarmsignal! Wir brauchen nach der Krise dringend Investitionsprogramme, die den Kommunen wieder auf die Beine helfen, insbesondere in Infrastruktur und Schulen“, fordert VBI-Präsident Jörg Thiele. Sechs Prozent der Unternehmen gaben an, dass in ihrer Kommune eine Haushaltssperre verhängt wurde. Die Entscheidungsträger in den Kommunen wollten vielfach erst abwarten, wie sich die Steuereinnahmen entwickeln.

Das sind die Zahlen der Umfrage im Einzelnen:

  • 55,6 Prozent der Unternehmen spüren bereits Auftragsrückgänge.
  • 69,3 Prozent der Unternehmen fordern ein Investitionsprogramm in Infrastruktur und Schulen.
  • 14,6 Prozent der Unternehmen erleben Verzögerungen bei aktuellen Projekten.
  • 63,0 Prozent der Unternehmen haben bislang keine Hilfen beantragt.
  • 26,3 Prozent der Unternehmen schicken mehr als die Hälfte der Mitarbeiter ins Homeoffice.

An der VBI-Umfrage beteiligten sich 215 Mitgliedsunternehmen.

Thiele sieht in Investitionsprogrammen auch eine Chance, den Sanierungsstau in Deutschland weiter abzubauen. Parallel dazu müssten die Planungs- und Genehmigungsverfahren „endlich spürbar beschleunigt werden“. Anders als andere Branchen brauche die Planungs- und Baubranche keine Zuschüsse, sondern eine konsequente Fortsetzung der zuvor geplanten Maßnahmen und ein zentrales Ankurbeln des Motors. „Bestehende Aufträge müssen weitergeführt und Rechnungen zeitnah beglichen werden. Auch muss jetzt Schluss damit sein, Zahlungen ganz bewusst hinauszuzögern und so eine Krise erst fahrlässig zu erzeugen“, so der VBI-Präsident abschließend. www.vbi.de

Weitere Infos rund um den Corona-Ausbruch für andere Gewerke in der RM Rudolf Müller Mediengruppe finden Sie hier:

Fliesen und Platten

Zur aktuellen Situation im Baustoff-Handel finden Sie weitere Auskünfte über diese Seiten:

www.baustoffmarkt-online.de



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