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Azubis sanieren Bauhaus-Villa in Tel Aviv

Im Frühjahr 2019 haben deutsche Stuckateur- und Maler-Azubis zusammen mit israelischen Handwerkern und Studenten die denkmalgeschützte Fassade des im „Internationalen Stil“ errichteten Max-Liebling-Hauses in Tel Aviv restauriert. Unterstützt wurden sie bei ihrer Arbeit von der gemeinnützigen Sto-Stiftung.

Bauhausprojekt Tel Aviv 01
Insgesamt vier deutsche Handwerker-Teams legten gemeinsam mit israelischen Handwerkern und Studenten Hand an bei der Sanierung des Liebling Hauses in Tel Aviv. (Abb.: Yael Schmidt/Sto Stiftung)

Am 19. September 2019 ist das Gebäude offiziell seiner Bestimmung als deutsch-israelisches Architektur- und Denkmalschutzzentrum übergeben worden. Konrad Richter, Stiftungsrat Handwerk der Sto-Stiftung, freut sich über das gelungene Projekt: „Der erfolgreiche Workshop am Max-Liebling-Haus in Tel Aviv hat gezeigt, was über Ländergrenzen hinweg erreicht werden kann. Gemeinsam arbeiten, voneinander lernen, zusammen Freizeit gestalten, das ist unser Beitrag zu einer weltoffenen Gesellschaft.“

Die Sanierung ist Teil der Kooperation „Open for Renovation“, die von der Geschäftsstelle Weiße Stadt Tel Aviv im Amt für Bundesbau (ABB) in Mainz als Vertretung der Bundesregierung koordiniert wurde. Die gemeinnützige, 2005 gegründete Sto-Stiftung finanzierte und organisierte den Workshop zur Fassadensanierung. Die Stiftung unterstützt junge Menschen in handwerklicher und akademischer Aus- und Weiterbildung. Neben der fachlichen Bildung steht dabei die Entwicklung der Persönlichkeit der Geförderten im Vordergrund. Darüber hinaus beteiligten sich die Berufsschule in Leonberg und das Kompetenzzentrum der Stuckateure in Rutesheim an dem Projekt.

Das Projekt hat einen sowohl kulturhistorisch als auch bautechnisch und interkulturell bedeutsamen Rahmen: 100 Jahre Bauhaus. Das jetzt sanierte Haus ist eines von rund 4.000 Wohngebäuden der Weißen Stadt, die nach 1933 von deutschen Architekten jüdischen Glaubens in Tel Aviv errichtet worden waren. Die Bauten sind ein typisches Beispiel für den durch Bauhaus-Elemente geprägten „Internationalen Stil“ und gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Etwa 2.000 Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Für den Leiter des Denkmalschutzamts Tel Aviv und verantwortlichen Architekten Jeremie Hoffmann ist die Sanierung des Liebling Hauses ein Symbol für die gesamte Weiße Stadt und ihre Architektur im Internationalen Stil: „Sie macht der Öffentlichkeit dieses kulturelle Erbe der Stadt bewusster.“

Im kommenden Jahr soll ein Team aus zwei angehenden Berufsschullehrern und drei Schülern der Maler-Fachschule in Wuppertal zusammen mit drei israelischen Malern dann auch die Wände, Decken, Türen und Fensterrahmen im Innenraum denkmalschutzgerecht sanieren. Weitere Informationen und Bilder zum Workshop finden Sie auf der Website der Sto-Stiftung .

Informationen zur Weißen Stadt Tel Aviv gibt es hier .