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Alles wie immer?

Schimmel auf Holz bekämpfen: Bei der Untersuchung, Bewertung und Beseitigung eines Schimmelbefalls auf dem Werkstoff „Holz“ sind dessen Besonderheiten zu berücksichtigen. Insbesondere sind ein möglicher Befall mit holzzerstörenden Pilzen und eine zu hohe Feuchtebelastung des Holzes in die Untersuchung einzubeziehen. Von Pia Haun

Schimmel-auf-Holz
Splintholz bietet Schimmelpilzen ein besonders reiches Nährstoffangebot. Das Splintholz dieser Lärchenholzschalung ist massiv befallen. (Abb.: Pia Haun)

Unterscheidet sich ein Schimmelbefall auf Vollholz und Holzwerkstoffen von einem auf Baustoffen wie Putz oder Polystyrol-Dämmung? Und falls ja, worin bestehen die Unterschiede? Was unterscheidet bei Holzbaustoffen einen Schimmelschaden von einem Befall mit Bläue- oder Moderfäulepilzen? Können mikrobielle Schäden von Holz und Holzwerkstoffen beseitigt werden und wenn ja, mit welchen Methoden? Oder müssen befallene Hölzer und Holzwerkstoffe immer ausgetauscht werden? Diese Fragen sollen nachfolgend im weiteren Verlauf des Artikels beantwortet werden.

Schimmel befällt Holz und Holzwerkstoffe unterschiedlich
Schimmelschäden auf Holz und Holzwerkstoffen sind kein neuzeitliches Phänomen. Sie entstehen, wenn über mehrere Tage ausreichend Feuchtigkeit vorliegt. Dann können Schimmelpilze wachsen und das Holz besiedeln.

Von einer Besiedlung wird im Allgemeinen gesprochen, wenn durch vegetative Prozesse wie Stoffwechsel und Fortpflanzung differenzierte Strukturen bis hin zu etablierten Myzelien entstehen. Ein Schimmelbefall liegt dann vor, wenn diese Besiedlung zu einer massiven, für die Innenraumluft relevanten Belastung durch freigesetzte Sporen oder Myzelbruchstücke, aber auch Bestandteile und Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen führt.

Schimmelpilze auf Holz und Holzwerkstoffen ernähren sich insbesondere von den in den Parenchymzellen eingelagerten Nährstoffen. Anders als Holz zerstörende Pilze bauen sie das Holz aber nicht ab. Besonders nährstoffreich und daher für einen mikrobiellen Befall anfällig ist das Splintholz (Abb). Zudem schwanken die verwertbaren Holzinhaltstoffe je nach Holzart. Einen hohen Zucker- und Proteingehalt weisen beispielsweise Birke, Buche, Kiefer und Pappel auf. Sie bieten somit bevorzugte Lebensbedingungen.

Insbesondere durch den Holzzuschnitt werden die Nährstoffdepots an der Oberfläche freigelegt und bieten so einen reich gedeckten Tisch für Schimmelpilze und Co. Gewachsenes Holz weist jedoch eine schützende Struktur auf: Mikroorganismen können deshalb in Vollholz nur in geringem Maße einwachsen. Der Befall beschränkt sich daher auf die oberflächennahen Bereiche.

Anders verhält es sich mit Holzwerkstoffen, die aus Holzfasern, -spänen oder Furnieren unterschiedlicher Holzarten mit verschiedenem Nährstoffgehalt hergestellt und mit Binde- sowie gegebenenfalls Zusatzmitteln versehen werden. Bei diesen erstreckt sich der Befall meist über den gesamten Querschnitt.

Zum einen weisen Holzwerkstoff-Produkte oft einen hohen Splintholzanteil auf, zum anderen können Bindemittel stark hygroskopisch sein, was einen Schimmelbefall zusätzlich begünstigt. Liegen ausreichende Lebensbedingungen vor, breitet er sich bis in tiefe Schichten aus. Deshalb ist mit einer größeren Biomasse zu rechnen als bei einem Befall von Vollholz.

Das Schadensbild und die vorliegenden Pilze ermitteln
Schimmel- und Bläuepilze verfärben Holz zwar, bauen es in der Regel aber nicht ab. Anders sieht das bei Holz zerstörenden Pilzen aus, die Braun-, Weiß- oder Moderfäule verursachen können. Deshalb sollte der Sachverständige in einem ersten Schritt grundsätzlich prüfen, ob derartige Schadenserreger und -bilder vorliegen. Dafür reicht es nicht aus, Pilzsporen in der Raumluft nachzuweisen, sondern das Holz muss auf Schädigungen untersucht werden. Diese ist bei einer Innenfäule oder hoher Holzfeuchte nicht unbedingt augenscheinlich. Deshalb sollte der Sachverständige über ausreichendes Fachwissen verfügen oder einen fachkundigen Kollegen zurate ziehen.

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Alles wie immer?

Bei der Untersuchung, Bewertung und Beseitigung eines Schimmelbefalls auf dem Werkstoff „Holz“ sind dessen Besonderheiten zu berücksichtigen. Insbesondere sind ein möglicher Befall mit holzzerstörenden Pilzen und eine zu hohe Feuchtebelastung des Holzes in die Untersuchung einzubeziehen. Bei der Wahl der Sanierungsmethoden ist unter anderem zu beachten, ob und wie sich diese auf die deklarierten und statischen Eigenschaften des befallenen Bauteils auswirken.

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