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Aktionsbündnis fordert Sanierungsoffensive

Ein Aktionsbündnis aus Deutscher Umwelthilfe (DUH), der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und Bundesarchitektenkammer (BAK) hat sofortiges Handeln beim Bauen im Bestand gefordert: Eine Million Bestandsgebäude müssten pro Jahr energetisch saniert werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Position BAK DGNB DUH
1 Million Bestandsgebäude pro Jahr müssten saniert werden, um die Klimaziele zu erreichen, sagt das Aktionsbündnis aus BAK, DGNB und DUH. (Abb.: BAK)

Ein neues Aktionsbündnis aus Architekten, Bau-Experten und Umweltschützern fordert von der im September zu wählenden, künftigen Bundesregierung den sofortigen Start einer Sanierungswelle für Bestandsgebäude in Deutschland. Andernfalls könnten allein aufgrund der nicht klimagerechten Häuser die Klimaziele nicht mehr erreicht werden, warnen die DUH, die BAK und die DGNB. Das Bündnis hat jetzt in Berlin ein Papier vorgestellt, in dem der Lösungsweg auf eine kurze Formel gebracht wird: 1-1-100-100. Ausformuliert steht die Formel für die klimaneutrale Sanierung von einer Million Bestandsgebäude pro Jahr, für eine Million Sanierungsfahrpläne, die von der Bundesregierung jährlich an Eigentümerinnen und Eigentümern verschenkt werden sollen, für 100 Prozent Transparenz – die Regierung soll den energetischen Zustand aller Gebäude erfassen und somit konkrete Planungen überhaupt ermöglichen – und für ein 100-Tage-Sofortprogramm für Klimaschutz in Gebäuden, das die künftige Regierung direkt nach der Bundestagswahl im September starten soll.

Die Zeit dränge, mahnen DUH, BAK und DGNB. Denn obwohl mehr als ein Drittel der klimaschädlichen CO2-Emissionen in Deutschland durch den Betrieb von Gebäuden verursacht werden, sei das Sanierungstempo katastrophal langsam. „Wir haben keine Zeit mehr. Wir müssen im Gebäudebereich sofort entschieden handeln, damit wir uns nicht im wahrsten Sinne des Wortes unsere Zukunft verbauen“, sagt Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH. „Die aktuelle Bundesregierung hat nichts getan, um die drohende Katastrophe durch die schleppende Sanierung zu verhindern. Deshalb ist nun die künftige Bundesregierung gefordert, mit einem Sofortprogramm und einer Million Sanierungen pro Jahr die richtigen Weichen zu stellen. Und klar ist auch: das geht nur mit klaren ordnungsrechtlichen Schritten, also klaren Verpflichtungen für alle Hausbesitzer – aber auch mit einer Neuausrichtung und massiven Steigerung der öffentlichen Förderung.“

Auch Markus Müller, Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, verbindet die Forderungen des Bündnisses mit einer Kritik: „Ehrgeizige Klimaschutzziele werden im Gebäudesektor nicht dadurch erreicht, dass sie politisch beschlossen werden, sondern durch Herunterbrechen auf sinnvolle Nachweisverfahren, Förderinstrumente und daraus resultierende operative Bautätigkeit. Je länger wir mit dem Einstieg in ein Umsetzungsszenario der Pariser Klimaschutzziele warten, desto teurer wird es aus finanzieller, ökologischer, ökonomischer wie auch aus Sicht der Generationengerechtigkeit.“ Müller betonte aber auch die Möglichkeiten, die eine Sanierungsoffensive bietet: „Deutschland hat die große Chance, sich als konsequent nachhaltiger Wirtschaftsstandort zu beweisen und über Innovationen etwa in der Solartechnik oder bei Baustoffen Märkte der Zukunft zu erschließen. So wird aus Klimaschutz ein Konjunkturprogramm.“ Weitere Informationen finden Sie auf der Website der BAK .