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Ab 2016 gelten neue Regeln für Brandriegel in WDVS

Die vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) angekündigten Änderungen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen für schwerentflammbare Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) mit EPS-Dämmstoffen werden bis Ende 2015 erteilt und gelten dann ab 1. Januar 2016. Voraussetzung für den Einbau: Die Vorgaben für Brandschutzriegel werden eingehalten.

Neue Brandriegel-Vorschriften für WDVS mit EPS
Für WDVS mit EPS gelten ab Anfang 2016 neue Regelungen für Brandriegel. (Abb.: Fachverband Wämedämm-Verbundsysteme)

Grundsätzlich wurde durch die Bauministerkonferenz (BMK) festgestellt, dass fachgerecht nach den Vorgaben der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen verbaute WDVS gegenüber Raumbränden hinreichend sicher sind. Die Änderungen verbessern den Schutz gegenüber Bränden unmittelbar vor der Fassade, zum Beispiel durch Müllcontainer etc. Für EPS-WDVS mit Putzschicht sind künftig folgende Brandriegel notwendig:

• Ein erster Brandriegel wird an der Unterkante des WDVS beziehungsweise maximal 90 Zentimeter oberhalb der Geländeoberkante oder genutzten angrenzenden horizontalen Gebäudeteilen, wie zum Beispiel Parkdächern, angebracht, das heißt oberhalb des Spritzwasserbereichs.

• Ein zweiter Brandriegel ist in Höhe der Decke des 1. Geschosses über Geländeoberkante oder angrenzenden horizontalen Gebäudeteilen vorzusehen. Dieser darf zu dem darunter angeordneten Sockelriegel einen Achsabstand von nicht mehr als drei Meter aufweisen. Kann das nicht eingehalten werden, müssen weitere Riegel auf dem EG angebracht werden.

Prinzipskizze Anordnung Brandriegel für EPS-WDVS
So müssen die Brandriegel zukünftig angeordnet sein. (Abb.: Fachverband Wämedämm-Verbundsysteme)

Ein dritter Brandriegel in Höhe der Decke des 3. Geschosses über Geländeoberkante oder angrenzender horizontaler Gebäudeteile, jedoch zu dem darunter angeordneten EG-Brandriegel mit einem Achsabstand von nicht mehr als acht Metern. Bei größeren Abständen sind auch hier zusätzliche Brandriegel einzubauen.

• Weitere Brandriegel sind gegebenenfalls vorzusehen an Übergängen der Außenwand zu horizontalen Flächen, zum Beispiel Durchgängen, -fahrten, Arkaden, soweit diese in dem durch einen Brand von außen beanspruchten Bereich des 1. bis 3. Geschosses liegen.

• Weiterhin ist ein Brandriegel („Abschlussriegel“) maximal 1,0 Meter unterhalb von angrenzenden brennbaren Bauprodukten, zum Beispiel am oberen Abschluss des WDVS unterhalb eines Daches, in der Dämmebene des WDVS anzuordnen.

Oberhalb der ersten drei Stockwerke werden die bekannten Maßnahmen gegen Raumbrände umgesetzt, das heißt Sturzschutz über jeder Öffnung beziehungsweise umlaufende Brandriegel.

Die unteren drei Brandriegel müssen aus nichtbrennbaren Mineralwolle-Lamellen bestehen und mindestens 200 Millimeter hoch sein. Sie sind mit mineralischem Klebemörtel vollflächig auf mineralischen Untergrund zu kleben und zusätzlich zu dübeln. Die Dübel müssen für WDVS zugelassen sein und ein Spreizelement aus Stahl aufweisen.

Alle Informationen und viele Details zu diesem Thema einschließlich der Schutzmaßnahmen für weitere Systemvarianten sowie zum Brandschutz im Zusammenhang mit WDVS allgemein sind in der neuen Technischen Systeminfo „WDVS und Brandschutz“ zusammengefasst, die der FV WDVS Anfang 2016 in erweiterter Neuauflage veröffentlichen wird.

www.fachverband-wdvs.de