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100 Jahre Torkret

Das Essener Traditionsunternehmen Torkret wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Wegen der Covid-19-Pandemie mussten die geplanten Feierlichkeiten verschoben werden.

Torkret Neviges
Derzeit setzt Torkret das Dach der von Gottfried Böhm entworfenen Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Neviges instand. (Abb.: Torkret GmbH/Bernd Kammerer)

Torkret steht für anspruchsvolle Sanierungen von Hoch- und Ingenieurbauwerken. Hierzu gehört auch der Erhalt denkmalgeschützter Bausubstanz, gleichgültig, ob aus Beton oder Mauerwerk. Seit 2012 gehört Torkret – unter dem Dach der Direktion Bauwerkserhaltung – zur Stuttgarter Ed. Züblin AG, unterhält fünf Standorte in Deutschland und beschäftigt 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im In- und benachbarten Ausland.

Der Ingenieur Carl Weber gründete die „Deutsche Torkret Baugesellschaft mbH“ 1920 in Berlin gegründet. Er entwickelte unter anderem eine Maschine für das „Verspritzen von Mörtel und Beton“, für die er das deutsche Patent erhielt. Daraufhin führte Carl Weber das Spritzbetonverfahren zur Praxisreife: die Geburtsstunde des sogenannten „Torkretierens”. Dabei wird eine Mischung aus Zuschlägen, Zement und Wasser mit der entsprechenden Druckluft auf den Untergrund aufgetragen. Bis heute ist das Torkretieren die wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung für großflächige Beton-Instandhaltungen.

1922 wurden Torkret-Maschinen erstmals eingesetzt

Torkret Sarotti
Torkret-Sarotti-Fabrik: 1922 sanierte Torkret die nach einem Großbrand stark beschädigte Sarotti-Schokoladenfabrik in Berlin. (Abb.: Torkret GmbH)

Bei der durch einen Großbrand stark beschädigten Stahlbetonkonstruktion der fünfgeschossigen Sarotti Schokoladenfabrik in Berlin kamen 1922 erstmals Torkret-Maschinen zum Einsatz. Zwei Jahre später setzte das Unternehmen das erste Mal eine Brücke – ein Bauwerk in Berlin aus Eisenbeton – mit Spritzbeton instand. Es folgten Projekte vom Tunnelbau über die Befestigung von Felshängen und die Baugrubensicherung bis hin zum Bau kompliziert geformter Bauteile und Skulpturen. Ab 1959 dichtete das Unternehmen Stollen, Tunnelröhren und Behälterflächen im Kunstharz-Faser-Spritzverfahren ab, Natursteinmauerwerk tiefenverfugte man mit dem Torkret-Aero-Spritzverfahren.

2004 startete Torkret mit den ersten Versuchen zu Reliefoberflächen im Spritzbetonverfahren und erhielt 2009 das Patent für das sogenannte „Torkret Relief“ mit den dazugehörigen Unterkategorien „Torkret Art“ und „Torkret Stone“. Mit den Verfahren werden optisch und architektonisch anspruchsvolle Oberflächen gestaltet. Mechanisch hoch belastete Bauteiloberflächen können mit diesem Verfahren dreidimensional und mehrfarbig hergestellt werden.

Pionierarbeit mit textilbewehrtem Beton

2006 hat das Unternehmen die weltweit ersten flächigen Sanierungen mit textilbewehrtem Feinbeton an einem Flächentragwerk realisiert; 2016 wurden erstmals Stahlbetonstützen mit Textilbeton verstärkt. Textilbeton verbindet die Vorteile des Spritzbetons (Produktivität, Verbundstärke, Flexibilität) mit einer leichten und nicht korrosionsanfälligen Bewehrung.

„Der Pioniergeist unseres Firmengründers Carl Weber prägt Torkret bis heute. Das Unternehmen hat in seiner bewegten Geschichte stets auf die Weiterentwicklung erprobter Verfahren und die Entwicklung ganz neuer Möglichkeiten gesetzt. Und diese Tradition führen wir auch in Zukunft weiter“, betont Willi Eiden, Geschäftsführer der Torkret GmbH.

Ein Beispiel für die anspruchsvollen Projekte des Unternehmens ist das Dach der von Gottfried Böhm entworfenen Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Neviges. Es gleicht einem monumentalen Faltwerk. Unvermeidliche thermische Bewegungen führten dort zu Betonschäden und wasserführenden Rissen. Zum Erhalt der Sichtbetonarchitektur wurde an der RWTH Aachen ein neuartiges Sanierungskonzept mit carbonbewehrtem Spritzmörtel entwickelt, das Torkret nach erfolgreichem Test derzeit umsetzt. Mehr über dieses Projekt erfahren Sie hier . Weitere Informationen über das Traditionsunternehmen selbst finden Sie hier .