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10. Berliner Schimmelpilzkonferenz: Direktanzeigende Analytik

Am 25. März 2021 findet die 10. Berliner Schimmelpilzkonferenz statt. Neben den klassischen Schimmelpilzthemen wird es dort auch einen Vortrag zum Thema Erfassung von bestimmten Schadstoffbelastungen mit direktanzeigender Analytik geben. Dipl. Chem. Martin Wesselmann berichtet über die Vor- und Nachteile der Methode.

Für die 10. Berliner Schimmelpilzkonferenz sind nur noch wenige Plätze frei – jedenfalls vor Ort. Wenn Sie also in Berlin dabei sein wollen, sollten Sie sich bald anmelden. Daneben besteht auch die Möglichkeit, online an der Konferenz teilzunehmen.

Berliner Schimmelpilzkonferenz
Die Schimmelpilzkonferenz liefert vielfältige Informationen zu Schimmelpilzbelastungen in Gebäuden. (Abb.: B+B Bauen im Bestand)

„Wann und mit welchen Methoden sind orts- und zeitaufgelöste Untersuchungstechniken zielführend einsetzbar?“, lautet die Fragestellung, die Dipl. Chem. Martin Wesselmann in seinem Vortrag beantworten wird. Wesselmann ist Sachverständiger für Gebäudediagnostik und leitet das Hamburger Gutachterbüro „Wesselmann Gebäudediagnostik“.

Nach einem kurzen Überblick über unterschiedliche Gebäudeschadstoffe wird er sich den Vor- und Nachteilen direktanzeigender Analytik versus Laboranalytik beschäftigen. Die Vorteile der Laboranalytik liegen zum Teil auf der Hand: In der Regel wird es eine höhere Genauigkeit der Messbefunde geben, es ist eine qualitative und quantitative Analytik von Einzelkomponenten aus Stoffgemischen möglich und darüber hinaus gibt es genormte Verfahren, um Richtwerte zu überprüfen. Dem stehen ein relativ hoher apparativer Aufwand, höhere Kosten sowie ein Zeitverlust von bis zu einem Monat gegenüber. Zudem geht der Messbefund auf den Zeitpunkt der Probenahme zurück – die Bedingungen könnten sich unter Umständen also verändert haben.

Es gibt diverse direktanzeigende Messverfahren zur Diagnostik von Innenraumschadstoffen: Feinstaubmessgeräte, Photoionisationsdetektoren und/oder Flammenionisationsdetektoren zur VOC-Analyse, Carbonyl-Analysatoren zur Formaldehyderfassung, RFA-Handgeräte zur Schwermetallanalyse und mobile Ionenmobilitätsspektrometer. Direktanzeigend sei im Übrigen nicht gleichzusetzen mit Vor-Ort-Analytik, betont Wesselmann in seinem Vortrag. Zum Beispiel könne die Mikroskopie zur Schimmelpilz- und Faseranalyse zwar vor Ort eingesetzt werden, sie zähle aber nicht zu den direktanzeigenden Messverfahren.

Vor- und Nachteile direktanzeigender Analytik
Mit direktanzeigenden Analytik ist eine schnelle Ersteinschätzung der Situation möglich, die Messstrategie kann vor Ort angepasst werden und eine direkte Quellensuche ist möglich. Ein weiterer Vorteil kann sich durch die eingesparten teureren Laboranalysen ergeben. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass in vielen Fällen nur Aussagen über einen Summenwert und normaler Weise keine Einzelstoffbetrachtung möglich sind. Zudem sind Bewertungen zur Gesundheitsrelevanz beziehungsweise Richtwertevergleiche nicht zulässig. Bei verschiedenen direktanzeigenden Messverfahren sind Ungenauigkeiten zu beachten. Wesselmann geht detailliert auf Probleme bei VOC-Messungen und Carbonyl-Analysatoren ein.

Anschließend wendet sich Wesselmann Partikel- und Feinstäuben im Innenraum zu. Er liefert Definitionen, Quellen und Bestimmungsmethoden. Abschließend stellt er Fallbeispiele für Einsätze von Partikelzahlmessgeräten vor.

Weitere Informationen über die 10. Berliner Schimmelpilzkonferenz erhalten Sie auf der Website der Veranstaltung. Anmelden können Sie sich dort ebenfalls.