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Mehr Brandschutz für Fassaden!

Fassaden, die mit Polystyrol (EPS) gedämmt sind, müssen besser vor Bränden geschützt werden. Das fordert die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren und des Deutschen Feuerwehrverbandes (AGBF) und die Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb) in einem gemeinsamen Positionspapier.

Nachdem Polystyrol an Fassaden nach mehreren größeren Brandereignissen in die öffentliche Diskussion geraten ist, wurde in Deutschland die allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen für schwerentflammbare Wärmedämm-Verbundsysteme mit Wirkung zum 1. Januar 2016 geändert: Sie verpflichtet zum Einbau von weiteren Brandriegeln zwischen einzelnen Etagen. Diese sollen die Ausbreitung des Feuers über mehrere Geschosse hinweg im Brandfall hemmen.

Brandriegel hemmen die Ausbreitung des Feuers an WDVS

Sind Fassaden mit schwerentflammbaren Materialien gedämmt, kommt es häufig zu einer Ausbreitung des Feuers in weitere Geschosse. Für die Feuerwehr, das geht aus dem Positionspapier hervor, ist das besonders problematisch: Bei mehreren Bränden in Geschosswohnungsbauten starben Menschen in höherliegenden Etagen, obwohl das Feuer in einer der unteren Etagen ausgebrochen war.

Weil sich Brände an EPS-Fassaden rasant ausbreiten, können die Einsatzkräfte in solchen Fällen den Einsatzort oft nicht zu erreichen, bevor weitere Wohneinheiten betroffen sind. Deshalb fordern die Verfasser, dass zukünftig zwischen allen Etagen nicht brennbare Bauelemente als Brandriegel verbaut werden. Bestandsbauten sind in die Forderung ausdrücklich eingeschlossen.

Anlass der Veröffentlichung ist ein Auftrag der Europäischen Kommission zur Entwicklung eines einheitlichen Prüfverfahrens für das Brandverhalten von Fassaden. Ein von den Verbänden vorgeschlagenes Prüfverfahren für EPS-Dämmsysteme ist in den Ausarbeitungen nicht enthalten. Das Verfahren simuliert den Brand eines Müllcontainers vor einer mit Polystyrol gedämmten Fassade.

Schon für die Neufassung der DIN 4102, in der das Brandverhalten von EPS-Dämmungen geregelt ist,  hatten die Verfasser nach eigenen Angaben gefordert, dass das Prüfverfahren aufgenommen wird. Der Normungsausschutz lehnte das ab.

Darüber hinaus enthält das Positionspapier weitere Forderungen, die die Brandsicherheit, vor allem in Bestandsbauten erhöhen sollen.

Das Positionspapier steht auf der Website des vfdb zum Download zur Verfügung.

Eine Studie der VHV-Versicherungen beschäftigt sich ebenfalls mit der Sicherheit von Polystyrol an Fassaden im Brandfall.