Schadstoffsanierung


DCONex profitiert von Deubaukom

Die DCONex, Messe und Kongress für Schadstoffmanagement und Altlastensanierung, hat bei ihrer dritten Auflage von der erstmaligen Integration in die Baufachmesse Deubaukom vom 15. bis 17. Januar 2014 in Essen profitiert. Der dreitägige Kongress mit allen Themenbereichen der Schadstoff- und Altlastensanierung bot sowohl für Bauherrn als auch Sachverständige, Planer und ausführende Betriebe nützliche Informationen.

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Die DCONex profitierte von der Kooperation mit der Deubaukom. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/M. Henke)

Wer in der Altbausanierung tätig ist, egal in welcher Funktion, muss damit rechnen, auf Schadstoffe zu treffen, vor allem bei Gebäuden, die zwischen 1949 und Mitte der 1990er-Jahre errichtet wurden. Dass das Bewusstsein hierfür dennoch zwar in Fachkreisen ausgeprägt, aber nicht bei allen Betroffenen vorhanden ist, zeigten zahlreiche Beispiele in den Kongress-Vorträgen. Insofern erwies sich der Schritt der veranstaltenden AFAG Messen und Ausstellungen GmbH, nach der zweimaligen Ausrichtung in Augsburg für die Spezialmesse DCONex mit der Deubaukom zu kooperieren, als goldrichtig. Die Deubaukom hat zwar weiterhin mit einem Besucherschwund zu kämpfen – nach 55.000 Besuchern vor zwei Jahren kamen dieses Mal noch rund 35.000 –, aber die DCONex profitierte von der Laufkundschaft, die, obwohl betroffen, niemals den Weg allein zu dieser Spezialmesse gefunden hätte. Es wurden also nicht nur die Schadstoff-, Schimmelpilz- und Altlastenexperten erreicht, sondern es konnten auch viele andere Baubeteiligte für das Problem der Gebäudeschadstoffe sensibilisiert werden.

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Die DCONex erreichte mehr Besucher, die von Schadstoffen zwar betroffen, aber keine Spezialisten auf diesem Gebiet sind. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/M. Henke)

Bauherr trägt weitreichende Verantwortung

Entsprechend wendete sich das Vortragsprogramm auch nicht allein an die jeweiligen Spezialisten, sondern zum Beispiel auch an die Bauherren. Dass diesen als Auftraggebern bereits eine weitreichende Verantwortung zukommt, verdeutlichte insbesondere der Einführungsvortrag des Themenblocks „Bauen im Bestand – Schadstoffe erwartet und unerwartet. Einführung und Überblick für mehr Planungs- und Ausführungssicherheit“, den Stephan Dolata von Arcadis Deutschland, Andrea Bonner von der BG Bau und Dr. Bernhard Räbel vom Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt gemeinsam hielten. Denn der Bauherr stellt als Auftraggeber das Gebäude zur Verfügung, in dem und an dem die Bauleistungen erbracht werden sollen. Er trägt also mit Bezug zu den Musterbauordnungen (§3, Abs. 1) die Verantwortung dafür, dass für die Nutzer und die am Bau Beteiligten keine Gefahren durch die Bauarbeiten und die vorhandenen Altmaterialien ausgehen beziehungsweise diese minimiert werden. Er hat die Pflicht, den beauftragten Planer und das ausführende Unternehmen bei der Gefährdungsbeurteilung zu unterstützen und Informationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte bereitzustellen, zum Beispiel vorhandene Altlastenkataster und Bau- beziehungsweise Umbaudokumentationen.

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Dr. Bernhard Räbel, Andrea Bonner und Stephan Dolata (von links nach rechts) hielten gemeinsam den Einführungsvortrag und gingen dabei unter anderem auf die Verantwortlichkeiten der Baubeteiligten ein. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/M. Henke)

Ist es aufgrund der Baugeschichte und der verwendeten Materialien wahrscheinlich, dass mit Schadstoffen zu rechnen ist, sind folgende Aspekte zu beachten, wobei die Beteiligten in ihren Verantwortungsbereichen eng kooperieren sollten:

■ Durchführung technischer Erkundigungen: Aufstellen eines Probenahmeplans, Probenahme und Analyse,

■ Erstellen eins Schadstoffkatasters,

■ Erstellen eines Sanierungs- und Rückbaukonzepts, das unter anderem beinhalten sollte: Auswahl geeigneter Arbeitsverfahren (zum Beispiel staubarm) und Aufstellen eines Arbeits- und Sicherheitsplans,

■ Erstellen eines Entsorgungskonzepts, zum Beispiel Verpackung und Zwischenlagerung,

■ Umsetzung der Schutzmaßnahmen (SiGe-Plan, A+S-Plan),

■ Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung der Mitarbeiter und Anzeigepflicht der Arbeiten,

■ Baustelleneinrichtung, zum Beispiel Einrichten von Schwarz-Weiß-Bereichen, staubarme Abschottung, technische Lüftungsmaßnahmen und so weiter,

■ Erfolgskontrolle vor Freigabe des schadstoffsanierten Bereichs,

■ Entsorgung.

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Je nach Interessensschwerpunkten konnte verschiedene Vortragsblöcke besucht werden. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/M. Henke)

Die neue Richtlinie VDI/GVSS 6202 Blatt 1 Schadstoffbelastete bauliche und technische Anlagen – Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten“ umfasst diese wesentlichen Aspekte für den Ablauf von Schadstoffsanierungen und geht dabei auch auf die jeweiligen Verantwortlichkeiten ein.

B+B wird über Kongress der DCONex berichten

In der März-Ausgabe der Zeitschrift B+B BAUEN IM BESTAND werden wir ausführlicher auf weitere Themen des DCONex-Kongresses eingehen. So hat zum Beispiel Hans-Dieter Bossemeyer eine Systematik vorgestellt, um Schadstoffe in Gebäuden mit vertretbarem und notwendigem Aufwand zu ermitteln. Nicole Richardson berichtete über mögliche Wechselwirkungen von Materialien in Bodenkonstruktionen berichtet, die dazu führen, dass es trotz Labels für einzelne Materialien, die niedrige Emissionswerte bescheinigen, zu Gerüchen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt. Olaf Dünger informierte über Asbestfunde in Spachtelmassen und Fliesenklebern, die schwer zu beproben und verbreiteter sind, als bislang angenommen. Bei Gipskarton-Spachtelmassen sprach er zum Beispiel bei Verdachtsfällen von einer Trefferquote von 50 Prozent. Diskutiert wurde auch über Grenzwerte, die die Hintergrundbelastung bei Schimmelpilzschäden angeben. Jörg Thumulla stellte zwei Verfahren vor, wie Gerüche systematisch bestimmt und bewertet werden können: den AGÖF-Geruchsleitfaden und die VDI 4302. Mehr dazu in der kommenden B+B-Ausgabe.

Michael Henke

www.dconex.de