Schadstoffsanierung


5. Berliner Schimmelpilzkonferenz gibt aktuellen Überblick

190 Teilnehmer, zwölf Aussteller, acht Referenten: Die 5. Berliner Schimmelpilzkonferenz zeigte am 26. März im Umweltforum Auferstehungskirche, dass das Thema Schimmelpilzschäden in Gebäuden und deren Sanierung weiterhin allen mit diesem Schadensbild Befassten unter den Nägeln brennt.

5. Berliner Schimmelpilzkonferenz 2015 Saal
Die 5. Berliner Schimmelpilzkonferenz fand im Umweltforum der umfassend sanierten Auferstehungskirche statt. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/P. John)

Das bestätigte auch Dr.-Ing. Heinz-Jörn Moriske vom Umweltbundesamt (UBA): Die Leitfäden, die sich mit Schimmelpilzen beschäftigen, seien die am meisten nachgefragten Broschüren des UBA. Er berichtete erstmals öffentlich über die geplanten Änderungen des „Schimmelpilzsanierungs-Leitfadens“, dessen Neufassung in der zweiten Jahreshälfte 2015 erscheinen soll. Zuvor soll er aber einer öffentlichen Diskussion unterzogen werden, um eine breite Akzeptanz zu erreichen. Feedback aus der Praxis sei ausdrücklich gewünscht, betonte Moriske. Neu wird zum Beispiel ein Raumklassenkonzept sein, das es ermöglicht, die Handlungsempfehlungen bei Schimmelpilzschäden zu differenzieren. Es unterscheidet zwischen dauerhaft genutzten Räumen (inklusive direkt zugänglichen Nebenräumen) und sonstigen Nebenräumen wie separaten Kellern, Lagern, Treppenhäusern und nicht ausgebauten Dachgeschossen.

Von allen Seiten beleuchtet

Insgesamt bot die 5. Berliner Schimmelpilzkonferenz einen umfassenden Überblick über den aktuellen Erkenntnisstand in den verschiedenen Disziplinen, die mit diesen Fragestellungen befasst sind. Aufgegriffen wurden Aspekte des Arbeits- und Umweltschutzes, der Medizin, der Analysemethoden, des Erkennens und Beurteilens von Feuchte- und Schimmelpilzschäden, der Sanierung und der rechtlichen Verantwortung von Bauherren, Planern, Sachverständigen und Sanierungsbetrieben.

Am Ende blickte Olaf Dünger mit den Teilnehmern noch „über den Tellerrand“. Er zeigte, dass Planer und Ausführende beim Abfräsen und -stemmen von befallenen Materialien damit rechnen müssen, dass alte Spachtelmassen, Fliesen- und Bodenkleber und Beschichtungen Asbest enthalten können. In 20 bis 30 Prozent der beprobten Verdachtsfälle würde Asbest gefunden, rechnete Dünger eigene und fremde Erfahrungen hoch, vor allem wenn man es mit Gebäuden zu tun hat, die zwischen 1945 und 1995 errichtet wurden oder in diesem Zeitraum saniert oder renoviert worden sind. So lange diese Materialien nicht angerührt werden, besteht keine Gefahr, da der Asbest gebunden ist. Erst beim Entfernen dieser Schichten, zum Beispiel wegen des Entfernens eines Schimmelpilzbefalls, werden die Fasern in hohen Konzentrationen freigesetzt.

Viele Fragen sind noch ungeklärt

In allen Vorträgen wurde deutlich, dass das Wissen rund um das Thema Schimmelpilzbefall und -sanierung zwar kontinuierlich fortschreitet, viele Fragen aber noch ungeklärt sind. Es kommt daher darauf an, die vorhandenen Möglichkeiten und Erkenntnisse auf den Einzelfall bezogen zielgerichtet einzusetzen, um die jeweilige Aufgabe wirtschaftlich und erfolgreich zu bewältigen, sei es die Suche nach verdeckten Schimmelpilzschäden oder die sorgfältige, den Schutz von Mitarbeitern berücksichtigende und am Ende kontrollierte und dokumentierte Sanierung.

Die 6. Berliner Schimmelpilzkonferenz findet am 17. März 2016 statt.

Ausführlicher wird B+B BAUEN IM BESTAND in Ausgabe 3/2015 berichten. mh

www.schimmelpilzkonferenz.de